GFF: Frau Kluth, Frauen sind im Handwerk immer noch unterrepräsentiert. Welche Erklärungsansätze gibt es?
Kluth: Frauen wählen oft kreative Handwerksberufe wie Konditorin, Augenoptikerin, Goldschmiedin, Maßschneiderin. In den gewerblich-technischen Berufen bleiben Frauen jedoch vielfach noch unterrepräsentiert. Einzelne technische Berufe, etwa Zahntechnikerin oder Orthopädieschuhmacherin, sind bei Frauen bereits durchaus beliebt. In den zurückliegenden Jahren ist der Anteil junger Frauen in den Bereichen Bäcker, Maler und Lackierer sowie Tischler ebenfalls angestiegen. Das Handwerk ist in vielen Bereichen also deutlich weiblicher geworden, dennoch gibt es weiterhin Entwicklungspotenzial.
Welchen Beitrag leistet der Verband UFH, dieses Potenzial künftig auszuschöpfen?
Einer der Gründungsgedanken bei UFH war es, dass Frauen vielfältige Wege für individuelle Karrieren im Handwerk geebnet bekommen und ermutigt werden, ihre unternehmerischen Potenziale zu demonstrieren. Sie sollen sich in Berufen entfalten, die ihren Interessen und Fähigkeiten entsprechen, und nicht aufgrund einer falsch verstandenen Geschlechterrolle ihre Karriere gestalten. Dazu entwickelt der Bundesverband UFH gerade auch das Projekt Mädchen willkommen im Handwerk.
Welches Ziel verfolgt diese Initiative?
Wir wollen eine Willkommenskultur in Handwerksbetrieben schaffen, die auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmt ist. Unserer Meinung nach bereichern Frauen die Handwerksbetriebe, indem sie ihre Fähigkeiten, speziellen Sichtweisen und Stile einbringen. Das ist positiv für das Handwerk und damit auch die deutsche Wirtschaft.