Der Vortrag von Prof. Dr. Michael Krödel, Leiter des Instituts für Gebäudetechnologie (IGT) in Ottobrunn, führte innerhalb des Arbeitskreises zu angeregten Diskussionen. GFF hat nachgefragt, welches Potenzial die Unternehmen für SmartHome im Bereich ihrer Glasprodukte sehen.
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© MetzgerProf. Dr. Michael Krödel ist Leiter des Instituts für Gebäudetechnologie (IGT) in Ottobrunn. SmartHome ist im Kommen. Das ist ein Trend, der sich nicht aufhalten lässt. Ich rechne damit, dass der Durchbruch in ein bis zwei Jahren kommt. Auch große Player wie Google, Apple oder Amazon tragen ihren Teil dazu bei, mit günstigen Lösungen das Thema zu hypen. Als Katalysatoren verstärken sie die Verbreitung von SmartHome. Auch andere Anbieter profitieren davon: Ich gehe fest davon aus, dass ein Stück vom Kuchen übrig bleibt, wo sich z.B. Rollladen- und Sonnenschutzbetriebe mit ihren Lösungen positionieren. Wichtig ist es dabei, die Endkunden für das Thema zu sensibiliseren. Wir haben an unserem Institut eine Checkliste entwickelt, über die Kunden einem Fachbetrieb ihre Wünsche bezüglich smarter Komponenten mitteilen. Ggf. setzt der Betrieb die Anforderungen in der Zusammenarbeit mit anderen Fachbetrieben um. www.igt-institut.de -
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© MetzgerMirco Röttger ist Leiter der Isolette-Zentrale in Düsseldorf. Die Fassade ist als Klimagrenze der Hauptbestandteil eines Gebäudes. Verglasung und Sonnenschutz sowie deren Kombination zu einem in das Isolierglas integrierten System sind wiederum die Bauteile, durch welche die Klimagrenze sich eindeutig definieren lässt. Daher ist es unumgänglich, dass diese Bauteile mess- und regulierbar und damit Bestandteil einer Gebäudeautomation sind. Die entsprechende Möglichkeit zur Anbindung an SmartHome-Systeme sollte infolgedessen gegeben sein. Die derzeit am Markt agierenden Systemhersteller haben bereits entsprechende Module als Controller und als Schnittstellen zur Einbindung in eine Gebäudeautomation bzw. zur Bedienung via smarter Endgeräte mithilfe von Apps. Generell wird das Thema SmartHome immer wichter, und auch wir werden nicht umhinkommen, diesen Aspekt zu besetzen. www.isolette.de -
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© MetzgerWerner Stiglauer vom Unternehmen Rosenheimer Glastechnik ist der Sprecher des BF-Arbeitskreises. Das Potenzial von SmartHome schätze ich als sehr hoch ein, allerdings gibt es derzeit kein System, das sich durchsetzt. Die Vielfalt ist es, die es schwierig macht. Andererseits haben Kunden mit den heutigen Systemen so viele Möglichkeiten, dass sie schnell überfordert und genervt sind. Unsere Erfahrung ist beispielsweise, dass viele Kunden den automatischen Betrieb der Jalousie wieder abschalten, weil der Sonnenschutz genau dann nach oben oder unten fährt, wenn er es nicht tun sollte. Ein SmartHome-System kann natürlich nicht hellsehen. Zehn Minuten am Tag mit der Steuerung seines Hauses beschäftigen will sich aber auch niemand. Wie hier eine Lösung aussehen kann, weiß ich nicht. Nichtsdestoweniger ist das Thema eindeutig im Kommen. Wegen der günstigeren Preise wird nun Realität, worüber vor 20 Jahren bloß gesprochen wurde. www.glastec.com