Digital bedruckte Gläser Under pressure: Das Bedrucken von Glas als Nische

Bilder, aufgedruckt auf Außenfassaden aus Glas oder auf Alltagsgegenstände wie Dusch- oder Küchenrückwände, sind im Kommen. Welche Möglichkeiten gibt es, Glas digital zu bedrucken, und worin liegen die Unterschiede? GFF hat bei Herstellern nachgefragt.

So eine Steinoptik lässt sich digital auf Glas bannen. - © Sedak

Duschwände, verziert mit Strandbildern vom zurückliegenden Urlaub, Fassadengläser, die mit digital gedruckten Strukturen versehen sind: Der aktuelle Stand der Technik lässt heutzutage vieles zu. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist das Bedrucken von Glas aktuell eine Nische.

Doch Druck ist nicht gleich Druck. Wesentliche Unterschiede sind die Druckverfahren und vor allem die Farben. Üblich sind der Siebdruck, der Rollendruck und der Digitaldruck. "Wir verwenden den Rollendruck für den vollflächigen, einfarbigen Farbauftrag und den Digitaldruck, der hochpräzise basierend auf sechs Basisfarben mit bis zu 1.024 dpi feinste Keramikpartikel auf das Glas appliziert", erklärt Ulrich Theisen, Vertriebsleiter sowie Prokurist bei Sedak. Damit entstünden komplexe Muster, Farbverläufe, transluzente Drucke oder Bildmotive. Der Digitaldruck erlaube eine flexible Reproduktion und die Variation der Motive. Damit ließen sich auch kleine Auflagen bis hin zum Einzelstück wirtschaftlich produzieren.

Maschinenpark an Bedürfnisse angepasst

Vor der Bedruckung steht die Anschaffung der Maschinen. Hersteller wie Tecglass bieten Anlagen für das digitale Bedrucken von Glas. Als Tecglass anfing, Maschinen zu vertreiben, standen architektonische Anwendungen im Vordergrund. "Architekten und Designer verwenden Glas als Hauptelement in anspruchsvollen Projekten. Dank des Digitaldrucks wird Glas einzigartig und bietet die Chance, auf spezielle Art und Weise zu kommunizieren", erklärt Xose Hermida, Direktor der BU Architektur und Gebietsleiter Asien bei Tecglass. Doch auch der Markt verändert sich. Gerade in den vergangenen Jahren sei die Automobil- und Haushaltsgerätebranche auf den Geschmack gekommen und interessiere sich zunehmend für den Digitaldruck. "Wir haben daher Ad hoc-Modelle für die Massenproduktion umgesetzt, indem wir patentierte Scanner-Technologien realisierten, um die genaue Position des Glases zu erkennen und Fehler entscheidend zu reduzieren", erklärt Hermida.

Mehr zum Wunschthema lesen Sie in der GFF-Doppelausgabe , die am 3. Juli 2020 erscheint.