Kurz gefragt „Glaserbetriebe sollten ausbilden.“

Matthias Henrich, Glasermeister und neuer stellvertretender Landesinnungsmeister im LIV Hessen - © Heiler

GFF: Herr Henrich, was sagen Sie als Glasermeister und Unternehmer zum Thema Ausbildung und Lehrlinge?

Henrich: Glaserbetriebe mit Meistern sollten ausbilden und sich dabei etwas einfallen lassen – weil es sich lohnt. Viele Unternehmer beschweren sich über die Probleme, geeignete Kandidaten zu finden, und den hohen Aufwand, der sicher zugenommen hat. Allerdings sagen mir viele Lehrlinge, dass sich auf zehn ihrer Bewerbungen im Durchschnitt nur drei Betriebe melden. Da passt aus meiner Sicht etwas nicht zusammen. Wir bilden aktuell sechs Lehrlinge aus, und ich investiere die nötige Zeit. Um den Aufwand etwas zu reduzieren, ist aus meiner Sicht ein Handbuch zur Unterstützung der Betriebe sinnvoll. Anhand von gelungenen Praxisbeispielen zur Organisation und hinsichtlich der Gestaltung von Inhalten für die Aus- und Weiterbildung könnten Glaser einen Leitfaden für ihre eigene Umsetzung nutzen.

Wie geht es Ihrem Betrieb Glas Henrich in Corona-Zeiten?

Der Betrieb und das Geschäft laufen sehr gut. Wir haben viele Aufträge und sind bis Jahrsende gut ausgelastet. Viele Kollegen aus der Branche bestätigen mir im Gespräch eine ähnliche Situation. Von daher bin ich sehr zufrieden mit der wirtschaftlichen Lage und erwarte in den nächsten Monaten einen Verlauf wie bisher.

Warum haben Sie das Amt des stellvertretenden Landesinnungsmeisters in Hessen übernommen? Was sind Ihre Aufgaben?

Ich sehe eine Verantwortung, dieses Amt zu übernehmen, damit die Innung handlungsfähig bleibt. Als Aufgabe habe ich eine gute Leistung für unsere Mitglieder auf dem Zettel, um sie zufriedenzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen. Grundsätzlich sollten die Glaserverbände an einem Strang ziehen und sich für unser Handwerk einsetzen.