Der keramische Digitaldruck hat die Oberflächengestaltung auf Glas attraktiver gemacht. Wir haben uns 2016 für die Anschaffung einer Druckanlage entschieden, da die Möglichkeiten in der individuellen Gestaltung im Vergleich zu anderen Drucktechniken besser sind. Im Vergleich zum Siebdruck sind die Einrichtungskosten gering. Das heißt aber nicht, dass sich die Anschaffung und die hohen Investitionskosten für alle Handwerksbetriebe lohnten. Vorab muss klar sein, ob sich die Räumlichkeiten eignen. Die Anlage braucht Platz, bei der Verwendung von keramischen Farben muss zudem ein direkter Zugang zum ESG-Ofen gewährleistet sein und eine entsprechende Ablufttechnik eingebaut werden. Ein weiterer Aspekt sind gut geschulte Mitarbeiter, die handwerklich ausgebildet sind und zudem die PC-Bildbearbeitung beherrschen. Sind diese Gegebenheiten erfüllt, gilt es, Zielgruppe und Auslastung anzusehen. Die Farben trocknen schnell aus, deshalb ist es wichtig, dass der Drucker möglichst durchgängig in Betrieb ist. Ist das nicht der Fall, ist der Aufwand für Reinigung und Wartung groß. Im Fazit lässt sich sagen: Der keramische Digitaldruck hat großes Potenzial für alle Betriebe mit guter Auftragslage im Bereich der Oberflächenveredelung, technisch und grafisch versierten Mitarbeitern und ausreichend Fläche in der Produktionshalle. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, lassen sich neue Zielgruppen erschließen. Ist das nicht der Fall, würde ich von der Investition abraten und lieber auf Kooperationen mit bereits druckenden Fachbetrieben setzen.
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Beim Glas-Digitaldruck gibt es zwei Techniken: den Druck auf Basis organischer und auf Basis anorganischer Farben.Beim organischen Digitaldruck handelt es sich um künstliche Farben, wie einen Lack. Der organische Druck ist nicht UV-beständig und lässt sich daher nicht im Außenbereich anwenden, sondern nur in Innenräumen, z.B. für Motive in Duschen, auf Küchenrückwänden oder bei Dekorplatten. Der organische Druck resultiert in schöneren Farben als der anorganische Druck, insbesondere die Rot-Töne betreffend. Die leiden bei dieser Druckart aufgrund der UV-Unbeständigkeit allerdings am meisten. Beim Druck von anorganischen, also keramischen Farben werden diese in die Glasoberfläche eingebrannt. Das erfolgt überwiegend mittels eines ESG-Ofens, der aber für Kleinbetriebe nicht rentabel ist. Das Unternehmen müsste zuerst viel Geld in einen solchen Ofen investieren. Bei Handwerksbetrieben würde sich, wenn überhaupt, nur der Digitaldruck mit organischen Farben rentieren. Diese Öfen gibt es in der Industrie, die den Vorteil erkannt hat und bereits vielfach in den anorganischen Druck eingestiegen ist. Industrieunternehmen können komplette Glasfassaden bedrucken, die den Sicherheitsstandard erfüllen. Fazit: Für Kleinbetriebe rechnet sich eine Digitaldruckanlage nicht, da sie zum einen die ESG-Anlage benötigen, die laufen muss, sowie zum anderen einen funktionierenden Digitaldrucker – darauf ist ein Kleinbetrieb nicht ausgelegt. Aber es besteht die Option, in der Industrie Kooperationspartner zu finden.
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