Elektrische Servicefahrzeuge E-Mobilität bewährt sich im Fensterbau

Dieselfahrverbote können für Handwerksunternehmen existenzbedrohend sein. Ein Stuttgarter Fensterbau-Betrieb startet mit einem StreetScooter in die elektrische Zukunft. Das Wartungsteam des Weru-Händlers nutzt einen E-Transporter als Servicefahrzeug.

Seit mehr als 50 Jahren ist die Albrecht Fensterbau GmbH in der Region Stuttgart tätig. Das lokal und regional verwurzelte Unternehmen setzt seit dem Herbst 2018 beim Fuhrpark auf Umweltfreundlichkeit. Die Entscheidung für ein E-Fahrzeug war letztlich auch stark geprägt vom drohenden Fahrverbot in Stuttgart: Mit E-Transportern gelangen Handwerksbetriebe schließlich immer überall dorthin, wohin der alte Diesel-Kombi vielleicht bald schon nicht mehr fahren darf.

Aus Sicht der Geschäftsleitung hat sich der StreetScooter bereits jetzt im Alltag bewährt. „Die Entfernungen betragen selten mehr als 100 Kilometer am Tag – und das schafft der E-Antrieb spielend“, erklärt Geschäftsführer Sebastian Kraft. Das ist ein Urteil, mit dem Kraft nicht alleine steht, denn mit der Bestellung eines StreetScooters fiel die Wahl auf ein Nutzfahrzeug, das inzwischen tausendfach auf Deutschlands Straßen unterwegs ist. Die in Aachen und Düren produzierende StreetScooter GmbH stellt den gleichnamigen Elektrotransporter seit 2015 in Serie her. Abnehmer sind neben dem Mutterkonzern Deutsche Post auch große Unternehmen und Gewerbetreibende aus Industrie, Handel und Handwerk.

Fahrspaß inklusive

Fahrer Igor Djekic, der bei Albrecht für die Wartungsarbeiten zuständig ist, kommt mit dem E-Transporter gut zurecht. Obendrein profitiert das Image der Firma. E-Transporter sind im Handwerk rar gesät, Djekic sorgt deshalb immer für große Augen bei den Kunden, wenn er im Street-Scooter vorfährt. „Ich bin sehr stolz, als Fahrer mit einem emissionsfreien Fahrzeug zur Kundschaft fahren zu können“, sagt Djekic. „Dies ist bei Handwerksbetrieben noch eine absolute Seltenheit und vermittelt einem ein sehr gutes Gefühl.“

Anfangs hatte Djekic Sorge, dass der Akku unterwegs schlapp machen könnte. Diese Furcht erwies sich jedoch als unbegründet: In der Praxis fiel der Ladestrom nie unter die 20-Prozent-Marke. Positiv überraschten Djekic die guten Beschleunigungswerte. Und nach Feierabend wird der StreetScooter über Nacht wieder für neue Einsätze bereitgemacht. „Trotz des normalen Ladesteckers ist das Fahrzeug nach sieben Stunden wieder aufgeladen“, berichtet Geschäftsführer Kraft.

Großes Ladevolumen

Als Service- und Wartungsfahrzeug bietet das Modell Work Box für den Fensterbaubetrieb Albrecht genügend Platz. Hinter der seitlichen und der Hecktür gibt es ausreichend Stauraum, denn die Ladebox liegt bei den StreetScooter-Modellen über den Radkästen: Dadurch lässt sich die gesamte Ladefläche effizient nutzen. „Immerhin weist der Laderaum eine Länge von zwei Meter auf“, sagt Geschäftsführer Sebastian Kraft. Die Modelle Work und Work L bieten ein maximales Ladevolumen von dreieinhalb beziehungsweise von acht Kubikmeter bei 905 Kilogramm Höchstzuladung. Eine Batterieladung reicht für 205 Kilometer nach NEFZ. Vorwärts geht es mit 85 Stundenkilometern.

Fahrzeug als Prozessverbesserer

Der Fahrzeugausstatter Sortimo hat ein passendes Regalsystem eingebaut, um Werkzeuge und Materialien übersichtlich unterzubringen. Nicht nur von der Seite, sondern auch vom Heck des Fahrzeugaufbaus lassen sich Maschinen und Werkzeuge in der Box bequem erreichen. Flexibel konfigurierbare Inneneinrichtungen erfüllen bei den Box-Aufbauten in zwei Größen die betrieblichen Anforderungen in fast allen Branchen. Diese Flexibilität kommt bei den Kunden an: StreetScooter ist Marktführer für E-Nutzfahrzeuge in Deutschland.

Die Nase vorn bei allen Kostenarten

Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bezieht alle Kosten über den gesamten Nutzungszeitraum mit ein. Und diese standen beim Modell StreetScooter bereits in der Entwicklungsphase im Mittelpunkt: Egal ob Wartung, Reparatur oder Energie: Bei allen drei Posten hat der Stromer die Nase vor der Verbrenner-Konkurrenz. Zusätzliche Anreize kommen von der öffentlichen Hand: Hier winken Betrieben verschiedene Förderprämien und eine Kfz-Steuerbefreiung. Für Sebastian Kraft ist der Umstieg auf Elektromobilität also auch ökonomisch attraktiv.

Den Winter sehen Sebastian Kraft und sein Team als Nagelprobe für den StreetScooter. Im kommenden Jahr wird dann entschieden, ob der Fensterbauer seine Flotte im Bereich E-Mobilität weiter ausbaut.