Stress mit dem Meister, Beschwerden von Auftraggebenden, fehlende Zeit für Feedback – das alles gibt es unabhängig davon, ob jemand eine Fluchtgeschichte hat oder nicht. Auszubildende brauchen neben fachlichem Wissen auch Soft Skills wie gute kommunikative Fähigkeiten. Sie müssen in der Lage sein, Konflikte so auszutragen, dass sie schwierige Situationen bewältigen. Jene Fähigkeiten sind entscheidend für eine erfolgreiche Ausbildung mit Zukunftsperspektive. Durch Reibung entsteht Wärme! Wir stehen Konflikten positiv gegenüber, sofern sie konstruktiv ausgetragen werden, und haben den Nutzen von Diversität erkannt. Eine konfliktfreie Gesellschaft ist eine Illusion – Vielfalt wiederum ist eine Realität, die unser Zusammenleben und -arbeiten prägt. Geburtsort, Religion, Hautfarbe, Essensgewohnheiten sind Dinge, die uns, oberflächlich betrachtet, trennen. Unterschiede produzieren zwangsläufig Konflikte. Wir brauchen junge Fachkräfte. Wirtschaftliche Stabilität, Zukunftsfähigkeit und Innovation sind Argumente für ein diverses Team. Um das zu erlangen, müssen wir alle Kräfte bündeln, die, welcher Couleur auch immer, sich auf den Ausbildungsweg ins Handwerk machen. Im Projekt „Interkulturelles Kompetenztraining in klein- und mittelständigen Betrieben“ arbeiten wir als externe Fachkräfte im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums in Trainings mit Azubis und Lehrkräften, Mitarbeitenden der Innung und Betrieben an diesen Herausforderungen. Im April 2019 teilen wir gerne unsere Erfahrungen in Form einer Handreichung.
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Wir sind immer auf der Suche nach guten Nachwuchskräften und Handwerkern, die anpacken können und die man ohne Bedenken auf die Kunden loslassen kann – schließlich haben wir einen Ruf zu verlieren. Dabei ist es uns völlig egal, welcher Nationalität der Kollege oder die Kollegin angehört oder welche Hautfarbe sie oder er hat. Mit Flüchtlingen haben wir recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht: Vor zwei Jahren bewarb sich ein Handwerker bei uns, dessen Zeugnisse und Abschlüsse in Deutschland zwar keine Gültigkeit hatten, die aber darauf schließen ließen, dass der junge Mann handwerklich versiert war. Nach kurzer Einarbeitungszeit und trotz sprachlicher Barrieren – wir kommunizierten überwiegend auf Englisch – hatten wir für viele Monate einen loyalen Mitarbeiter. Plötzlich, von einem Tag auf den anderen, kam er nicht mehr zur Arbeit, dabei war er fest in Projekte eingeplant. Das war für uns schon sehr ärgerlich. Wie wir schließlich erfuhren, war er in sein Heimatland Georgien zurückgekehrt. Ein zweiter Versuch mit einem jungen Praktikanten aus Marokko endete ähnlich abrupt. Die Handwerkskammer, seine Betreuerin und auch wir waren vollkommen überrascht von der Situation. So haben wir erst einmal Abstand von diesem Thema genommen. Vielleicht müssen einfach noch mehr sprachliche und kulturelle Barrieren abgebaut werden, damit das Handwerk besser von den Flüchtlingen profitieren kann. Denn eines ist klar: Wir freuen uns auf jeden Fall immer über tatkräftige neue Kollegen, egal woher sie auch kommen!
www.glas-service-wustrow.de