Kurz gefragt „Aus weniger mehr machen“

Eduard Appelhans ist Vorsitzender des Bundesverbands ProHolzfenster (BPH). - © Metzger

GFF: Herr Appelhans, Sie sprachen in Ihrer Rede vom Rückenwind, den das Holzfenster momentan genieße. Spüren Sie diesen auch in Ihrem eigenen Betrieb?

Appelhans: Ja, auch wir können Zuwächse vermelden, sowohl bei Holz- als auch bei Holz/Alu-Elementen. Die Nachhaltigkeit unserer Produkte ist ein entscheidender Faktor, der bei immer mehr Menschen die Produktwahl beeinflusst.

Wie bringt man die Vorteile des Holzfensters an den Endkunden?

Es bedarf entsprechender Anstrengungen auf allen Ebenen, sonst wird es schwierig. Im Vergleich zu anderen Rahmenmaterialien sind wir lobbymäßig sehr schwach aufgestellt. Immerhin gibt es uns. In einer kleinteiligen Branche, wie es die Fensterbranche ist, ist das ein wichtiger Asset.

Was heißt das für die Verbandsarbeit?

Die Vorteile unseres Produkts sind bekannt und diese vertreten wir auch in der Öffentlichkeit. Allerdings haben wir eben das Problem, dass andere Sektoren wie vor allem PVC finanziell und im Lobbying enorm stark sind. Das bedeutet für uns: Wir müssen aus weniger mehr machen – und das können wir auch. Es gibt niemand anderen, der so entschieden für das Holzfenster eintritt wie wir.

Zu einem anderen Thema: Gute Mitarbeiter sind ein hohes Gut. Sie selbst sind in der eigenen Familie fündig geworden.

Unser Sohn Stefan ist vor zwei Jahren ins Unternehmen eingestiegen und hat jetzt die Vertriebsleitung übernommen. Nach seinem Wirtschaftsstudium war er zuletzt mehrere Jahre in Berlin als Geschäftsführer eines Start-ups im Bildungswesen tätig gewesen. Ich bin froh, dass er zurück und mit großer Leidenschaft bei der Sache ist. Auch wenn er mit unserem Betrieb groß geworden ist, wollte er sich zunächst die handwerklichen Basics aneignen: Er war auf Montage dabei und hat in der Produktion mitgearbeitet. In Zukunft soll er Teil der Geschäftsführung werden.