Verbandsmitglieder wissen über wichtige Themen Bescheid Neue Chancen und Risiken für Fensterbauer

Neues Datenschutzrecht, Asbest im Fensterkitt und Putz, Exportchancen für Handwerker: Über diese Themen und mehr diskutierten Delegierte sowie Mitglieder des Fachverbands Glas Fenster Fassade Baden-Württemberg. GFF berichtet über Ergebnisse und Lösungen.

Die Mitglieder des GFF BW diskutierten Lösungen für aktuelle Branchenthemen. - © Heiler

Auf Fensterbauer warten in den kommenden Monaten einige Herausforderungen, die ernste Kopfschmerzen bringen können, wenn Unternehmer sie auf die lange Bank schieben. Auf der anderen Seite bieten sich Gelegenheiten, die eigene Leistung zu einem fairen Preis zu verkaufen und das Geschäft auch als Handwerksbetrieb auf das Ausland auszuweiten.

Asbest im Griff

Eine Lösung für den Umgang mit asbesthaltigem Fensterkitt und Putz für Fensterbauer erarbeitet der GFF Baden-Württemberg im Moment in der Abstimmung mit den Berufsgenossenschaften. „Wir bearbeiten das Thema Asbest im Fensterbau in unserem Verband, weil wir das Know-how haben und wir eine passende Lösung für unsere in Süddeutschland traditionell anders als in Norddeutschland verlaufende Fenstermontage wollen“, erläutert Jürgen Sieber, Vorsitzender des GFF BW. Außerdem habe der Fachverband einen guten Zugang zur Politik bei diesem Thema und könne hier die Interessen des Fensterbaus vertreten, um eine praktikable Lösung zu vereinbaren. In den kommenden Monaten veröffentlicht der Verband eine Arbeitsanweisung für den Umgang mit asbesthaltigen Werkstoffen im Fensterbau und wird seine Mitglieder informieren. Der Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks (BIV) arbeitet zeitgleich an einer Arbeitsanweisung für den Umgang mit Asbest im Glasbau. Zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen zählen Tipps zur Erkennung einer potenziellen Asbestbelastung, Schutzbrillen, Schutzmasken, Staubsauger und die Arbeit im Freien. Einige Fensterbauer auf der Mitgliederversammlung des Fachverbands in Karlsruhe wiesen auf die Chance hin, sich den zusätzlichen Aufwand für den fachgerechten Umgang mit Asbest vom Kunden zahlen zu lassen und die spezielle Dienstleistung mit dem erhöhten Aufwand nachvollziehbar zu erläutern. Dann entsteht aus dem auf den ersten Blick zusätzlichen Aufwand eine Chance für ein Zusatzgeschäft mit attraktiven Margen.

Glück im Export suchen

Auch Handwerksbetrieben bietet die Strategie Potenzial, ihre Produkte und Dienstleistungen im Ausland an den Kunden zu bringen. Aline Theurer von Handwerk International Baden-Württemberg (HIBW) berät interessierte Unternehmer, worauf sie beim Schritt in ausländische Märkte von Europa bis in die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate achten sollten. Theurer und das Team von HIBW geben kostenlos Tipps zu gesetzlichen Vorgaben der Zielländer von der Betriebsanmeldung bis zum Arbeitsrecht, ermöglichen die Teilnahme an internationalen Messen, vermitteln Kontakte zu lokalen Partnern, bilden spezialisierte Mitarbeiter in Webinaren und Seminaren für Export und Außenwirtschaft im Handwerk aus und beraten zu Details in der Umsetzung. Nach ihrer Erfahrung haben mehrere Handwerker ihre Leistungen und Produkte erfolgreich im Ausland etabliert, bis in den Nahen Osten und die USA. Neben der Fensterproduktion und -montage in anderen Ländern eignen sich das Modell mit einem lokalen Partner vor Ort, der die vom Fensterbauer gefertigten Elemente montiert, oder die Kooperation mit einem Generalunternehmer, der sich um die rechtlichen Aspekte kümmert.