Mitte September 2018 hat es bei einer Übung der Seilbahn auf Deutschlands höchstem Berg einen Unfall gegeben. Ein Bergekorb ist ungebremst 280 Meter in eine stehende Gondel gerast – verletzt wurde niemand. Im Dezember kam die neue Kabine an der Talstation an und wurde installiert.
Mitte Dezember 2018 war es so weit: Nach weniger als drei Monaten Bauzeit hatte CWA Construtions eine neue Kabine für die Seilbahn Zugspitze gefertigt. Der Schweizer Hersteller von seil- und schienengebundenen Fahrzeugen ist ein Tochterunternehmen der österreichischen Doppelmayr/Garaventa-Gruppe.
Der Riss einer Kette führte zum Unfall
Nötig war der Neubau geworden, weil bei einer Übung am Abend des 12. September 2018 die Lastenkette eines Bergekorbs gerissen und dieser nach 280 Meter ungebremst in eine stehende Gondel gekracht war. Im Zuge des Routinevorgangs hätte die Evakuierung geprobt werden sollen. Personen kamen beim Unfall nicht zu Schaden, die erst ein Jahr alte Gondel der Bergbahn wurde erheblich beschädigt. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte und warum die Kette riss, untersuchen derzeit Gutachter. Damit ein ähnlicher Zwischenfall in Zukunft ausgeschlossen werden kann, treffen die Verantwortlichen entsprechende Vorkehrungen.
Pünktlich zu den Weihnachtsferien wieder in Betrieb
Nachdem die demolierte Gondel zur Bergstation transportiert und dort demontiert worden war, konnte der Schweizer Seilhersteller Fatzer die durch den Unfall aufgetretenen Beschädigungen an den Trageseilen ausbessern. Anschließend konnte an der Talstation der Seilbahn das neue Laufwerk inklusive des Gehängearms installiert werden. Gegengewichte hielten das Laufwerk bis zum Eintreffen der neuen Kabine am 17. Dezember 2018 in Position. Bevor die Seilbahn Zugspitze wieder in Betrieb gehen konnte, erfolgte die Inbetriebsetzungsphase, bestehend aus u.a. Profilfahrten, Probebetrieb sowie technischen und behördlichen Abnahmen. Zeitlich wollte man die Arbeiten und Prüfungen bis zum Beginn der Weihnachtsferien abschließen, um den Wintersportlern ein reibungsloses Skivergnügen zu bieten. Im Zeitraum der Sperrung war eine Fahrt auf Deutschlands höchsten Gipfel nur mit der Zahnrad- und der Gletscherbahn möglich.