Die Community ist ein Begriff aus dem Internetzeitalter, der einem in den Sinn kommt, beim Gedanken an die Glass Performance Days (GPD) in Tampere/Finnland. Und das, obwohl die ersten Runden nach dem 92er-Debüt Branchengrößen vorbehalten waren, die mit der Gnade der früheren Geburt gesegnet sind. Von den Geschichten aus den goldenen Zeiten, mit Grillfesten am Wasser u.Ä., berichten die Veteranen bis heute. Die Teilnehmer dieses Jahrzehnts haben ihre eigenen Erinnerungen, denn gerade Branchenneulinge wundern sich unweigerlich über die Atmosphäre, die einem Familientreffen mehr gleicht als dem Belauern unter Mitbewerbern, wie wir es auf vielen Messen erleben; Jorma Vitkala hat diese Veranstaltung erfunden, für die er in den GPD-Zwischenzeiträumen mit so viel Herzblut wirbt, begleitet von Weggefährten wie Brown Onduso – nicht nur im GPD Pub während der glasstec-Woche in der Düsseldorfer Altstadt. Aber vor allem hat er der Glasbranche sein Leitmotiv nähergebracht: Wissen wächst, wenn man es teilt. Wer erlebt hat, wie 2011 der inzwischen verstorbene Russell („Russ“) J. Ebeid, legendärer Guardian Glass President und Zeit seines 41 Jahre währenden Wirkens „im Glas“ Anhänger des Events im Süden Finnlands, seinen Freunden Goodbye sagte, dem kann die Magie der GPD nicht verborgen geblieben sein. Hier fällt mir eine Aussage von Manfred Vollbracht ein, der den Umzug von Tampere Hall in die Multifunktionslocation TähtiAreena noch mitgemacht hat und 2017 auf Vorhaltungen nach zu wenigen Verarbeiterthemen dem GFF-Reporter sagte: „Seien wir froh, dass wir die GPD haben. Was gibt es denn sonst Vergleichbares.“ Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer vielleicht, dass das Kooperative, auf Wissensmehrung denn auf Abschottung Bedachte, nicht zuletzt bei Glaston, Jormas Arbeitgeber, der in all den Jahren als Veranstalter hinter dem Branchentreffen stand, ebenfalls verankert sein muss. Und nun? Geht Mr. GPD 2019 also in seine letzte Tagung. Doch Jorma wäre nicht Jorma, hätte er nicht zuletzt noch einmal ein Zeichen für Austausch und Kollegialität „im Glas“ gesetzt. So wird seit 2017 der Jorma Vitkala Award of Merit (JVAM) an herausragende Persönlichkeiten der Branche verliehen, die diesen Geist des Austauschs auch außerhalb der eigenen Company an den Tag legen und so an der fruchtbaren Entwicklung dieser Branche mitwirken. GFF ist Teil des 20-köpfigen Nominierungskomitees – haben Sie also Vorschläge? Dann lassen Sie mich diese in einer Email an reinhold.kober@holzmann-medien.de bitte wissen. Denn die GPD, zu denen in einem Vierteljahrhundert zirka 15.000 Teilnehmer aus aller Welt nach Skandinavien reisten, um auf 15 Kongressveranstaltungen 3.200 Präsentationen zu verfolgen, gehören zum gemeinsamen kulturellen Erbe dieser Industrie – lassen Sie uns daran weiterarbeiten!
Bis zum 4. April stimmen Sie auf www.gff-magazin.de exklusiv unter den Vorschlägen für das große Wunschthema in der Ausgabe GFF 6/19 ab.
1. Smart Glazing: Was ist geblieben vom Schlagwort vieler Messen, wer setzt auf welche Technik und wer ist wirklich produktionsfähig? GFF fragt nach.
2. Abstandhalter auf Linie gebracht: Applikation, Psi-Wert, Flexibilität – wir sagen Ihnen, welche Lösung für welche Anforderung die richtige ist.
3. Neulich beim Baustatiker: Was leisten Software Tools, wie ist es um die Haftung bestellt, in welchen Fällen empfiehlt sich der Gang zum Experten?
Ihr
Reinhold Kober
