Zu Gast in GFF „Wir vertrauen auf die Fachkompetenz.“

Dipl.-HTL-Ing. Peter Schober ist Leiter der Abteilung Bautechnik bei der Holzforschung Austria. - © HFA

Die neue ÖNORM B 5320 Einbau von Fenstern und Türen in Wände kommt mit 19 Seiten aus, und wir bekommen oft die Frage gestellt: Reicht das? Der Normenausschuss hat sich bei der Erarbeitung der Norm klar dazu bekannt, „nur“ die Anforderungen an den Fenstereinbau zu definieren – und keinen Konstruktionskatalog zu erarbeiten, der immer zu Diskussionen führt, ob Dinge, die nicht beschrieben oder abgebildet sind, zulässig sind. Ich denke, wir haben alle wesentlichen Anforderungen auf den wenigen Seiten klar und – auch für Praktiker – verständlich untergebracht. Einen Paradigmenwechsel haben wir in Bezug auf die Möglichkeit eines Standard-Fenstereinbaus und eines objektspezifischen Fenstereinbaus vollzogen. Der Standard-Fenstereinbau erlaubt eine vereinfachte Planung und die Verwendung von Leitdetails bei gleichzeitig deutlich definierter Gewerketrennung. Das heißt, der Fenstermonteur kann nach dem Einbau sein Gewerk abschließen und übergeben. Wir sind überzeugt, dass wir damit 70 bis 80 Prozent der Fenstermontagen abdecken. Im Gegensatz dazu lässt der objektspezifische Fenstereinbau wesentlich mehr Freiräume für die Planung, bedingt aber jedenfalls einen Planer, der die verschiedenen Gewerke koordiniert und kontrolliert. Damit sind Sonderlösungen, die nicht im Standard abgebildet sind und einer speziellen Planung bedürfen, möglich und zulässig. Insgesamt vertrauen wir auf das Know-how der Planer und auf die Fachkompetenz der Verarbeiter und Ausführenden – und dieses Konzept hat sich in der Praxis gut bewährt. Ein Mehr an Regelungen bringt unserer Erfahrung nach nämlich nicht zwangsläufig eine bessere Qualität.