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Elementarer Faktor für gesundes Wohnen Tageslicht neu denken

Auf den ersten Blick mangelt es uns nicht an Licht. Daran bestand beim Symposium Tageslicht am 27. November 2018 auf dem Campus von Solarlux im niedersächsischen Melle kein Zweifel. Dennoch macht es einen erheblichen Unterschied, mit welcher Art von Licht wir uns umgeben.

„Wir wollen die Begeisterung für Tageslicht vorantreiben.“ Mit dieser Botschaft eröffnete Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Flachglas (BF), das Symposium Tageslicht. Zirka 50 Teilnehmer waren der Einladung der Initiative Tageslicht – unterstützt vom BF – gefolgt.

Tageslicht sollte vor Kunstlicht gehen

Die Galionsfigur der Kampagne ist Prof. Peter Andres aus Hamburg. In seiner Begrüßungsrede erinnerte der Lichtdesigner an das, was in der Architektur lange Zeit als Maßstab galt: "Früher galt die Auffassung, Menschen würden bei Kunstlicht mehr einkaufen." Zwar sei diese These mittlerweile widerlegt, dennoch müsste aus heutiger Sicht die Bedeutung von Tageslicht noch stärker in den Köpfen von Bauherren und Planern ankommen. Als Gesellschafter der Beratenden Ingenieure für Lichtplanung hat Andres zusammen mit seinem Team schon vielen renommierten Bauprojekten wie dem Hauptbahnhof Salzburg, dem Hamburger Airport und dem Lehrter Bahnhof in Berlin zu einem höheren Tageslichteintrag verholfen. Seine Devise: „Erst wenn die Grenzen des Machbaren erreicht sind, sollte man mit Kunstlicht nachhelfen.“

Licht steuert Wohlbefinden und Gesundheit

Einen Bezug zur Gesundheit stellte Prof. Dr. med. Herbert Plischke von der Hochschule München in seinem Vortrag "Tageslicht: Was braucht der Mensch?" her. Während seiner langjährigen beruflichen Laufbahn hat er sich intensiv mit der Erforschung der Lichtwirkung auf die geistige Fitness am Tag und auf den Schlaf in der Nacht befasst. "Tageslicht ist mehr als die messtechnischen 6.500 Kelvin oder 100.000 Lux", betonte der Mediziner. Für einen funktionierenden Tag-Nacht-Rhythmus benötige der Mensch je nach Tageszeit unterschiedliche Lichtanteile. Richtig dosierte UV-Anteile seien wichtig für die Psyche und die Vitamin-D-Ausbildung. Rotes und Infrarotlicht im Tageslicht schützten vor Erkrankungen der Netzhaut sowie vor Parkinson oder Alzheimer. "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse müssten bei der Entwicklung von Verglasungen eine größere Rolle spielen", forderte Plischke.

Den vollständigen Bericht über das Symposium Tageslicht sowie die melanopische Wirkung von Licht lesen Sie in der Januarausgabe von GFF.

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