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Digitale Lösung für Handwerker Stift, Zettel und Kamera in einem

Das Smartphone wandelt sich immer mehr zum Werkzeug für Handwerksbetriebe. Zum Einsatz kommt es in Mängelerfassung und Dokumentation. Das Münchner Unternehmen1. Blitz+Donner hat dafür jetzt eine App entwickelt, die Betriebe umfassend unterstützt.

"Vor der WerkerApp haben wir mit Stift, Zettel und Kamera gearbeitet", sagt Stefan Weiß, der Geschäftsführer von Glas Weiß. "Wir haben beispielsweise das Aufmaß auf Papier geschrieben, Fotos geknipst und Notizen schriftlich auf einem Zettel festgehalten. Am Ende des Tages musste alles mühsam der richtigen Baustelle zugeordnet und in einer gemeinsamen Runde besprochen werden." Das Unternehmen realisiert seit 60 Jahren Arbeiten wie Küchenrückwände, Ganzglasanlagen und Ganzglasduschen für Privat- und Gewerbekunden.

Dokumentation in Echtzeit

Seit Anfang April dieses Jahres ist bei Glas Weiß die WerkerApp im Einsatz. "Es ist alles transparenter, einfacher und digitaler geworden. Wir haben unsere Baustellen immer und überall per Smartphone und im Büro griffbereit", sagt Weiß. Monteure stimmen sich über die App ab. Über die Software dokumentieren sie alles vom Aufmaß über die Ausführung bis hin zur Abnahme der Baustellen mit Fotos. "Für den gesamten Betrieb bedeutet das, dass niemand mehr Bilder sortieren oder sich zeitintensiv mit mir oder anderen Mitarbeitern abstimmen muss", sagt der Geschäftsführer. Nachträge hielten Mitarbeiter gleich per Foto und Kommentar fest. Das Büro sehe so in Echtzeit, was es noch be- und verrechnen müsse.

Unkomplizierter Start

Der Einstieg sei dem Unternehmen gut gelungen. "Die Bedienbarkeit war einfach verständlich, und so setzten wir alles innerhalb von ein paar Stunden ohne Schulung oder externe EDV-Mitarbeiter um", sagt Weiß. Nach einem halben Jahr hat der Geschäftsführer bereits seine Lieblingsfeatures: "Persönlich liebe ich das Einzeichnen im Foto innerhalb der App. Damit markiere ich gleich alles direkt, was wichtig ist, oder ich schreibe die Abmessungen rein. "

Nützlich sei zudem der Exportbericht. Damit laden Nutzer die in der WerkerApp geführte Baustellenmappe als Word-Datei herunter und schicken sie direkt an Bauherren, Architekten oder Gutachter. Gleichzeitig speichere das Büro den Bericht im Archiv ab. "So können wir dann auch sagen: Die Baustelle ist analog und digital abgeschlossen."

Digitale Werkzeuge und DSGVO

Die neue Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union (DSGVO) kann Unternehmen mit Firmenhandys durch ein hohes Bußgeld hart treffen, berichtet 1. Blitz+Donner. Wie der WerkerApp-Entwickler betont, verstoße der Nachrichtendienst WhatsApp nach Einschätzung vieler Experten gegen diese Verordnung.

Kunden haben nach der DSGVO das Recht, Auskunft über ihre Daten zu erhalten sowie deren Löschung zu fordern. Wenn Betriebe bisher Fotos und Kundendaten in WhatsApp-Gruppen und -Chats verteilt haben, können sie nach Angaben des Software-Entwicklers technisch gar nicht gewährleisten, sämtliche Daten zu löschen.

Eine sichere Alternative stelle die Werker­App dar. Die Softwarelösung ermögliche Handwerkern, Monteuren und Installateuren die digitale Dokumentation der Baustelle. Betriebe erstellen einen WerkerApp-Account und laden ihre Mitarbeiter dazu ein. „Die Dokumentation und Kommunikation rund um die Baustelle erfolgt in einem geschlossen System“, sagt App-Gründer Frank Wiedemann. Es lasse sich daher jederzeit nachverfolgen, welche Daten übermittelt wurden. Die erfassten Fotos und Informationen bleiben innerhalb der WerkerApp und können auf Anfrage herausgegeben oder gelöscht werden, berichtet der Entwickler.

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