Branche -

Rohstoffmangel Soudal warnt vor dramatischem Engpass bei Silikon

Der Rohstoffmangel verschärft sich weiter. Auf den internationalen Märkten ist der Rohstoff für die Herstellung von Silikonprodukten kaum noch erhältlich. Der Hersteller Soudal erläutert, was das für Konsequenzen hat und auf welche Alternativen Fachbetriebe zurückgreifen können.

Der aktuelle Mangel an Siliziummetall, dem wichtigsten Rohstoff für Silikonpolymer und Silikonöl, ist laut Soudal alarmierend. Die Anzahl an Force-Majeure-Meldungen zu Siliziummetall steige. Sie seien auf den derzeit stark limitierten chinesischen Markt zurückzuführen (siehe Infokasten unten). Das habe dramatische Folgen für die Produktion und die Lieferfähigkeit von Silikonprodukten für bauchemische Anwendungen.

Lieferfähig bleiben

Soudal setzt auf klare Kommunikation und hat seine Kunden sofort über die Auswirkungen der Rohstofflage informiert. "Wir sind mit einer besorgniserregenden Situation konfrontiert, wie es sie auf dem Silikon-Markt bisher noch nie gab. Wir tun alles dafür, um lieferfähig zu bleiben und diese Krise mit verschiedenen Mitteln zu überbrücken", sagt Harald Lüdtke, Geschäftsführer von Soudal Deutschland. Dazu zähle neben dem Ausweichen auf Alternativen eine Preiserhöhung bei Silikonen. "Sie ist leider unvermeidbar, da die Rohstoffpreise täglich drastisch steigen."

Andere Technologien als Alternative

Der große Vorteil von Soudal in dieser Situation sei die breite Aufstellung und das tiefe Angebotsspektrum. Soudal beherrscht eine Vielzahl von Dichtstofftechnologien auf unterschiedlicher Werkstoffbasis. Gibt es Engpässe bei einer Produktgruppe, habe das Unternehmen für seine Kunden Alternativen parat. "Unser Pluspunkt ist, dass wir im Gegensatz zu anderen Herstellern unseren Kunden alternative Technologien für Silikon anbieten können. Die Koordination der umgeleiteten Mengenströme wird allerdings eine Herausforderung", sagt Lüdtke.

Je nach Einsatzzweck kann ein hochwertiges Acryl oder ein Hybridpolymer wie Soudaseal oder Fix All ein Silikon ersetzen. Hybridpolymere kleben bauübliche Materialien auf nahezu allen Untergründen und lassen sich aufgrund ihrer Flexibilität auch zum Abdichten und Verfugen verwenden. Polyurethan kann ebenfalls eine Alternative für Silikon sein. Soudal setzt nach eigenen Angaben auch in dieser Situation auf den engen Austausch zwischen Kunden und technischen Beratern. Sowohl der Innen- als auch der Außendienst seien gezielt darin geschult, für jeden Anwendungsfall ein passendes Produkt zu empfehlen.

Umgang mit Bedacht

Angesichts der Rohstoffknappheit appelliert das Unternehmen, Silikon sparsam einzusetzen und – wo möglich – auf die angebotenen Alternativen auszuweichen. Soudal rät auch dringend von Hamsterkäufen ab. Momentan sei nicht abzusehen, ob und wann sich der Rohstoffmarkt von der aktuellen Lage erholt. Soudal arbeite bereits seit Längerem an weiteren Alternativ-Technologien, die unabhängiger von Rohstoff-Engpässen machen und sich zugleich als nachhaltig und zukunftsfähig erweisen sollen.

Gründe für den weltweiten Rohstoffmangel

 
Verschiedene Ursachen führen zu der angespannten Situation für Silikone. Derzeit ist in China die Produktion von Siliziummetall, dem wichtigsten Rohstoff für Silikonpolymer und Silikonöl, stark eingeschränkt. Silizium ist als zweithäufigstes Element auf der Erde zwar ausreichend vorhanden, jedoch mangelt es derzeit an Energie für die Rohstoff-Gewinnung. Das liegt vor allem daran, dass die chinesische Regierung vielerorts die Energiezufuhr um bis zu 90 Prozent reduziert hat. Der Grund ist in den strengen Vorgaben der chinesischen Führung zur Emissionsreduzierung zu sehen. In der Folge müssen sich Hersteller von chemischen Grundstoffen auf höhere Gewalt berufen (Force-Majeure-Meldungen). Zusätzlich sind Lieferketten durch eingeschränkte See- und Landfrachtwege unterbrochen. Das alles bewirkt die momentane schwierige Marktsituation.


© gff-magazin.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten