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Die Kandidaten – der Herausforderer Fimpeler, der Aktivator: "Neun Jahre Gutmann sind genug"

Hermann Fimpeler (67), Landesinnungsmeister des Glaserinnungsverbands NRW, tritt am 17. November 2017 bei der Wahl des Bundesinnungsmeisters für das Glaserhandwerk gegen den Amtsinhaber Martin Gutmann an. Fimpeler möchte den Verband neu ausrichten und für einen Politikwechsel sorgen.

Eines stellt Hermann Fimpeler am GFF-Wahlkampftelefon gleich zu Beginn klar. Bei der anstehenden Wahl des Bundesinnungsmeisters trete der 67-Jährige nicht wegen persönlicher Befindlichkeiten gegen den amtierenden Martin Gutmann an; es gehe ihm allein um die Sache, um die Ausrichtung des Verbands. Insofern bezeichnet er sich selbst auch explizit nicht als Herausforderer, sondern als Bewerber, oder einfach: zweiter Kandidat. "Für diesen Beruf, der mir etwas bedeutet, möchte ich aktiv Politik betreiben", sagt der Landesinnungsmeister für Nordrhein-Westfalen. Wohlgemerkt: eine andere Politik, als Gutmann sie verfolgt. "Dem Verband tut es gut, wenn zwei Personen auch mal unterschiedliche Positionen vertreten."

Wie kam es zur Kandidatur?

Laut Fimpeler haben Kollegen ihn aufgefordert, für einen Politikwechsel zu sorgen. Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er unzufrieden damit ist, wie Gutmann das Amt führt. "Als Bundesinnungsmeister muss man Präsenz zeigen und Ziele vorgeben", kritisiert Fimpeler den Amtsinhaber. Er wirft ihm mangelnde Kommunikation und Passivität vor – sowie zu wenig Einsatz und Engagement, z.B. bei der Asbestproblematik. "Die meisten Kollegen leben davon, Reparaturen machen zu können. Wir brauchen hier Rechtssicherheit."

Insgesamt sei in den vergangenen Jahren vieles unglücklich gelaufen, angefangen bei der Kommunikation mit der Geschäftsstelle. Mit Blick auf die Herausforderungen, die dem Verband in den kommenden sechs Jahren ins Haus stehen – neben dem neuen Berufsbild nennt Fimpeler u.a. personelle Veränderungen in der Geschäftsstelle – sei es jetzt an der Zeit, dem Verband eine neue Ausrichtung zu geben. "Neun Jahre Gutmann sind genug."

Ziele für seine Amtszeit

Entsprechend seinen Kritikpunkten hat sich Fimpeler bei einem möglichen Wahlsieg folgende Ziele für seine Amtszeit gesetzt: Er möchte den Verband proaktiv führen, die Kommunikation untereinander intensivieren sowie die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, u.a. mit der Geschäftsstelle, verbessern. "Ich will versuchen, dem Verband mit all meiner Kraft wieder mehr Leben einzuhauchen", sagt Fimpeler. "Wir müssen die Mitglieder mitnehmen und aktiv Politik betreiben, nicht nur auf Situationen reagieren." Die Ansprüche, die er an sich stelle, sind hoch, weiß Fimpeler. Daher wäre er nach eigener Aussage bereits glücklich, wenn ihm 50 Prozent davon gelängen.

Dass Fimpeler mit seinen 67 Jahren keinen Generationenwechsel einläuten würde, ist klar. Dass er erst jetzt kandidiere, habe aber auch Gründe. "Im Nachhinein hätte ich es gerne vor zehn Jahren gemacht. Aber wenn man in seinem Betrieb eingebunden ist, fehlt dafür einfach die Zeit", sagt der Glaser- und Malermeister, der in Haltern am See einen Betrieb mit zehn Mitarbeitern führt. Jetzt sei er dazu bereit – und bringe zudem, Fimpeler zieht hier einen Vergleich mit dem neuen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble, Ruhe und Altersweisheit mit – aber auch eine "Portion nordrhein-westfälische Sturheit", wie er unumwunden zugibt.

Wahlausgang ist offen

Blauäugig geht Fimpeler nicht in die Abstimmung. Er weiß, dass der Wahlausgang offen ist. "Als Demokrat muss man verlieren, aber auch gewinnen können", sagt Fimpeler. Auch wenn er durchfalle, werde er sich weiterhin für seinen Beruf einsetzen – sonst würde er seine Ideale verraten. "Und wenn ich gewinne, ist das für mich eine Verpflichtung. Dann liegt es an mir, diejenigen zu überzeugen, die mich nicht gewählt haben."

Nächsten Mittwoch stellt GFF-Online per Flash-Newsletter den Amtsinhaber Martin Gutmann vor. Auch über das Wahlergebnis werden wir auf diesem Weg tagesaktuell berichten.

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