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Ihr Wegweiser durch den Förderdschungel Fenster und Fassaden: Diese Förderprogramme gibt es

Wer in neue Fenster investieren möchte, erkundigt sich nach Anreizen in Form staatlicher Förderprogramme, zinvergünstigter Darlehen und steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten. Lesen Sie die Übersicht.

Beginnen wir damit, was über die Jahre in der Fenster- und Fassadenbranche stetig Gegenstand von Diskussionen ist, der steuerlichen Abschreibung. Gerade, im Mai 2019, hat Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) einen neuen Anlauf genommen, das im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel, eine Steuervergünstigung für private Sanierer, endlich zu finalisieren. Im Klimakabinett will der CSU-Politiker demnach thematisieren, wie Deutschland den eigenen Zielen und internationalen Verpflichtungen entsprechend agieren soll; freilich hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) den Punkt in seinem Haushaltsentwurf für 2019 bereits nicht berücksichtigt und laut "Handelsblatt" auch für 2020 die entsprechenden Mittel für verbesserte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nicht vorgesehen.

In der Vergangenheit war das Vorhaben mehrmals am rot-grün dominierten Bundesrat gescheitert. Die Branche setzt seit Beginn des Jahrzehnts, als der damalige, 2012 entlassene Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) gemeinsam mit der damaligen Klimakanzlerin Angela Merkel die Energiewende postulierte, große Hoffnungen auf das Instrument der Steuererleichterung – bislang allerdings vergebens.

Diese Programme warten auf Ihre Kunden

Dennoch haben der Verband Fenster+Fassade (VFF) und der Bundesverband Flachglas (BF) durch ihre eng verzahnte Lobbyarbeit viel erreicht. Im Neubau ist besonders das Programm 153 Energieeffizient Bauen der KfW zu nennen, das pro Wohnung eine Kreditsumme bis 100.000 Euro ab 0,75 Prozent effektivem Jahreszins auslobt – für alle, die ein KfW-Effizienzhaus bauen oder kaufen respektive eine entsprechende ETW.

In der Sanierung fördert der Staat grundsätzlich die energetische Ertüchtigung der kompletten Bestandsimmobilie als auch einzelne Sanierungsmaßnahmen. Am spannendsten sind folgende Programme:

KfW-Programme für die Sanierung

Umfrage: Sanierung trägt zur Energiewende bei

Programm 151/152 Energetische Maßnahmen, die zum Erreichen des KfW-Effizienzhaus-Standards führen, aber auch Einzelmaßnahmen wie die Erneuerung von Fenstern und Außentüren belohnt der Staat mit zinsgünstigen Krediten: Bis 50.000 Euro bei Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenpaketen, bis 100.000 Euro bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus.

Programm 159 Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz wie die Nachrüstung an vorhandenen Fensterelementen sind als Förderkriterien in das KfW-Programm 159 Altersgerecht Umbauen – Kredit integriert; das Darlehen beläuft sich auf eine Maximalsumme von 50.000 Euro je Wohneinheit, die sich auch zur Verbesserung der Fenster unter Sicherheitsaspekten nutzen lässt.

Programm 431 Das Programm Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung unterstützt es, wenn Bauherren einen Fachmann für die Energieeffizienz hinzuziehen; vor diesem Hintergrund hilft der Fördermittelgeber bei der Planung und Auswahl der neuen Fenster mit einer Finanzspritze in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Das heißt, die mögliche Fördersumme aus diesem Programm beläuft sich auf maximal 4.000 Euro pro Bauvorhaben.

Die KfW fördert auch einbruchhemmende Maßnahmen

Programm 455-B Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss – Barrierereduzierung deckt über Assistenzsysteme für die komfortable Bedienung zum Beispiel von Türen, Fenstern und Rollläden durchaus auch Energiespareffekte ab, trägt aber weiters dem Ziel Rechnung, in Deutschland den Bestand an barrierereduzierten Immobilien zu vergrößern; die KfW-Förderung von Fenstern beträgt auf Grundlage dieses Förderangebots 20 Prozent für alle Ausgaben bis 1.000 Euro und zehn Prozent für Investitionen, die darüber hinausgehen.

( GFF-Tipp: Bis 6.250 Euro beträgt der Zuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Fall von kombinierten Maßnahmen zur Barrierereduktion und für effektiveren Einbruchschutz – je Wohneinheit.)

Programm 455-E Den Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie einbruchhemmender Rollläden fördert das Programm Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss – Einbruchschutz; die Konditionen entnehmen Sie dem Abschnitt 455-B. Wichtig ist, dass dieses Förderangebot beispielsweise aufschraubbare Fensterstangenschlösser, drehgehemmte Fenstergriffe, Bandseitensicherungen und die populären Pilzkopfverriegelungen abdeckt.

KfW-Förderprogramme für neue Fenster

So berechnen Sie den Return on Investment Ihrer Fenster

Übrigens: Der Austausch alter Fenster lohnt sich ganz grundsätzlich. Die Gruner+Jahr-Unternehmung Greenhouse Media in Hamburg hat auf seiner Webseite www.energie-experten.org Berechnungen angestellt, nach denen ein nicht saniertes Eigenheim je nach Alter der Fenster höhere Heizkosten von 200 bis 800 Euro pro Jahr verursacht; dementsprechend amortisiere sich der Invest in neue Bauelemente im Mittel nach zehn bis 15 Jahren. Allerdings – und das ist als Argument nicht zu unterschätzen – sorgen moderne Fenster abgesehen von der frischen Optik für ein rundum gesteigertes Wohlbefinden der Gebäudenutzer.

GFF-Tipp: Handwerker und Fachhändler informieren sich mit überschaubarem Aufwand über die Optionen, von denen ihre Kunden profitieren; wenn Sie dann beim Kauf neuer Fenster dem Bauherrn gleich noch die Formulare aushändigen und ihm bei der Förderbeantragung helfen, präsentieren sie sich als leistungsstarker Dienstleister. Das bringt Weiterempfehlungen und Kostenlos-Werbung.

Quellen und weiterführende Literatur

Auf https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Produktfinder/ finden Sie einen nützlichen Produktfinder, um das für Sie maßgeschneiderte Förderprogramm zu ermitteln.    

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