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Kundenorientierung als Firmenphilosophie Dr. Heinrich Strunz im Exklusivinterview mit GFF

Seit 32 Jahren leitet Dr. Heinrich Strunz die Firma Lamilux. Innerhalb dieses Zeitraums hatte das Rehauer Familienunternehmen Zahlen vorzuweisen, die für sich selbst sprechen: Betrug der Jahresumsatz 1985 noch siebeneinhalb Millionen Euro, so erwirtschaftete der Tageslichtspezialist 2016 mehr als 230 Millionen Euro. Im Interview mit GFF sprach der geschäftsführende Gesellschafter über absolute Kundenorientierung und die Zukunft des Unternehmens.

Dr. Heinrich Strunz im Exklusivinterview mit GFF
Das neue Gebäude des Lamilux Hauptsitzes in Rehau. -

Der Konzern Lamilux stützt sich im Wesentlichen auf zwei Produktsparten. Lamilux Tageslichtsysteme entwickelt und produziert Lichtkuppeln, Lichtbänder, Glasdachkonstruktionen und Gebäudesteuerungen für sämtliche Gebäudearten. Der zweite Firmenzweig Lamilux Composites, stellt faserverstärkte Kunststoffe her, die beispielsweise in der Nutzfahrzeug- oder Baubranche Anwendung finden. Beide Themenbereiche entwickeln sich laut Dr. Heinrich Strunz erfreulicherweise gleichermaßen dynamisch. Und die Zahlen geben ihm natürlich Recht: Das Unternehmen ist seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts stark expandiert. Handelte es sich damals noch um einen rein holzverarbeitenden Betrieb, so hat sich Lamilux heute zum europaweit führenden Hersteller im Bereich Tageslicht sowie weltweit renommierten Spezialisten für faserverstärkte Kunststoffe entwickelt.

Die Neugier erhalten und fördern

Das stetige Wachstum seines Unternehmens weiß Dr. Heinrich Strunz auf seine eigene Einstellung zurückzuführen. In diesem Kontext rezitiert er vor allem seinen persönlichen Leitfaden: „Ein Unternehmer lebt von und für Entwicklung.“ Für den promovierten Juristen bedeutet dies vor allem, sich die eigene Neugier auf die Zukunft zu erhalten und stets offen gegenüber jeder neuen Idee zu sein. Daher sei es ihm besonders wichtig, seinen Mitarbeitern so viel Freiraum wie möglich zu lassen und sie zum Experimentieren zu ermutigen. „Man sollte auch Scheitern zulassen“, erklärte Strunz.

Dem geschäftsführenden Gesellschafter ist es außerdem ein Anliegen, dass man mit der Förderung von Unternehmertum in einem möglichst frühen Alter ansetzt: „In der Schule wird dieses Thema deutlich zu wenig behandelt“, bemängelte er. Als Lösung betrachte er hier die direkte Kommunikation und Kooperation zwischen älteren Unternehmen mit Erfahrung und jüngeren Unternehmen mit frischen Ideen.

Intelligente Gebäudehülle

Die Zukunft seines Unternehmens sieht der gebürtige Hochfranke vor allem in der intelligenten Gestaltung von Gebäuden. Aus diesem Grund arbeite Lamilux bereits seit mehreren Jahren mit hoher Priorität an der durchdachten Kombination von Tageslichttechnik mit Lüftung, Verschattung und RWA. Strunz betonte jedoch auch, dass es ihm nicht um Wachstum um jeden Preis geht: Im Vordergrund ständen vor allem die persönlichen Interessen der Kunden. „Daran versuchen wir die Entwicklung unserer Produkte auszurichten“, präzisierte der Gesellschafter. „Das Wachstum ergibt sich dann ganz von allein.“

Vielfältiges gesellschaftliches Engagement

Dr. Heinrich Strunz ist neben seiner Tätigkeit als Lamilux Geschäftsführer auch Vorsitzender des Fachverbands Tageslicht und Rauchschutz e.V.. Er engagiert sich außerdem in zahlreichen weiteren Gremien, etwa als Vorsitzender des DIHK-Fachausschusses Industrie und Forschung in Berlin oder als Mitglied im Beraterkreis der Hightech-Strategie der Bundesregierung. „Solche Stellungen bereiten mir sehr viel Freude, da ich so unter anderem die Interessen des Mittelstands in der Öffentlichkeit vertreten kann“, berichtete der Gesellschafter. Auch seine Heimatregion Hochfranken liege ihm persönlich am Herzen: So setzt er sich auch hier beispielsweise als Vorstand der Wirtschaftsregion Hochfranken e.V., als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken oder als Vorsitzender des Innovationsausschusses der IHK für den Regierungsbezirk ein.

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