Wissens-Update zu Feuchte- und Holzschutz

Altpapiergrauer Himmel und Nieselregen am Freitagnachmittag im beschaulichen Finningen in Bayern. Beste Bedingungen für die Fachtagung Feuchte- und Holzschutz. Rund 50 Seminarteilnehmer sind vor Ort, um ihr Wissen rund um die Themen luft- und winddichte Gebäudehülle auf den neuesten Stand zu bringen. Der Freiburger Baurechtsanwalt Ulf Köpcke gab einen Querstreif zur neuesten Rechtsprechung und erinnerte daran, dass ab dem 1. Januar 2018 das neue Baurecht in Kraft trete, dessen mögliche Konsequenzen für die Bauwirtschaft bislang kaum absehbar seien. Danach folgten ausschließlich bauphysikalische und technische Aspekte rund um die Veranstaltungsthematik. Der anerkannte Holzbau-Physiker Daniel Kehl aus Leipzig stieg tief in die Materie ein und verlangte den Anwesenden mit diversen Berechnungen rund um Diffusion und Konvektion einiges ab, machte diese Trockenübung aber mit konkreten Beispielen aus der Praxis locker wieder wett. Nicht fehlen durften in diesem Kontext Ausführungen zu den verschiedenen Prüftests rund um die Gebäudehülle, Blower Door und Leckageortung, um nur zwei zu nennen. Das Fazit der sechsstündigen Fachtagung: Nach wie vor gehen rund 50 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs auf das Konto von Gebäuden, die in weiten Teilen ineffizient beheizt und/oder gekühlt werden. Menschen schleudern so ihr Geld buchstäblich aus Fenstern, Türen, Fassaden und Dächern raus. Solange sich das nicht entschieden und weltweit bessert, wird dem voranschreitenden Klimawandel nicht beizukommen sein.