VFF: Fachtagung nimmt aktuelle Technik-Themen ins Visier

Auf der Fachtagung Normung und Technik des Verbands Fenster + Fassade (VFF) in Frankfurt nahm der Sachverständige und Ingenieur Lutz Wiegand die Norm DIN 18008 zur Glasbemessung unter die Lupe und nannte wichtige Veränderungen zu den bisher geltenden Technischen Regeln des Deutschen Instituts für Bautechnik DIBt. Er sieht einen deutlich gestiegenen Aufwand für die Nachweisführung, schon bei der Ermittlung der Eingangsgrößen, die bis ins Detail geordert werden. Das Konzept der Teilsicherheitsbeiwerte erhöhe den Aufwand zusätzlich. Bei einigen Glasaufbauten müsse der Ausführende Betrieb bis zu 22 Lastfälle einzeln berechnen. Er erkannte auch eine generelle Benachteiligung von Floatglas, insbesondere bei Überkopfverglasungen und kleinen Isolierglasscheiben. Hier seien die Forderungen der Norm in vielen zulässigen Glasaufbauten nur noch mit vorgespanntem Glas (ESG) innen und außen zu erfüllen.
Andreas Woest vom ift Rosenheim stellte die aktuelle Entwicklung zum Thema Energy-Label für Fenster vor. Demnach hat die Ökodesign-Studie die Empfehlung ausgesprochen, ein einheitliches Label für die EU zu entwickeln, weil das Potenzial für Energieeinsparung gegeben sei. Die EU-Kommission wird jetzt anhand der Erkenntnisse der Studie einen eigenen Vorschlag für ein Energy-Label entwickeln und in einem Gespräch im September 2015 in Brüssel Vorschläge und Eingaben der betroffenen Branchen aufnehmen. Woest empfahl der Fenster- und Fassadenbranche, zu diesem „Consultation Forum“ Vertreter zu schicken, die die Interessen und sachlichen Argumente der Branche vortragen. „Andere Branchen werden dort sicher ihre Interessen artikulieren“, sagte Woest.
wiegand

Mehr zur Fachtagung Normung und Technik des VFF lesen Sie in der GFF-Ausgabe 9/2015.