Fenstertage: Verbändepapier zur DIN 18008 veröffentlicht

Wenn die letzten Zuhörer im Saal stehen müssen, ist das unweigerlich ein Zeichen dafür, dass das Thema brisant ist. So war es beim Vortrag der beiden Verbandsgeschäftsführer Jochen Grönegräs (BF; unser Bild) und Frank Lange (VFF) zum aktuellen Stand bei der DIN 18008. Beide Verbände betonten, dass sie mit der gefundenen Formulierung zu „Sicherheitsglas unter Brüstungshöhe“ leben können und demonstrierten bewusst Einigkeit. Zuletzt hatte es einen Auslegungsstreit gegeben, ob die Regel auch für den Privatbereich gelte oder nicht. Grönegräs machte nun unter Bezug auf Baujuristen deutlich, dass §37 MBO, auf den sich die DIN 18008 bezieht, in der Regel den Privatbereich nicht einschließt.

Allerdings: Zugleich verwies er darauf, dass – unabhängig von §37 MBO – jeder Betreiber eines Gebäudes eine generelle Verkehrssicherungspflicht habe. Was heißt das nun? Am Ende müsse der Handwerker entscheiden, welches Produkt er einsetzt, und dafür Verantwortung tragen. Als Entscheidungshilfe haben mehrere Verbände, darunter VFF und BF, eine Anwendungshilfe veröffentlicht, mit der Planer und ausführende Unternehmen eine Risikoabschätzung vornehmen und das Gefährdungspotenzial von Glasbruch feststellen. U.a. beinhaltet das Papier verschiedene Beispiele, wann Float reicht und wann die Eintrittswahrscheinlichkeit von Glasbruch höher ist, so dass Sicherheitsglas einzusetzen ist. Das Papier ist ab sofort auf der Homepage der Verbände downloadbar. Die von GFF befragten Fensterbauer sind mit dem Ergebnis wenig glücklich: Sie hätten sich mehr Klarheit gewünscht, jetzt sei es eine Abwägungsfrage, die neue Unsicherheiten mit sich bringt, was die Haftung betrifft.