GFF trifft VFF: Erstes Interview mit Frank Lange

Im Frühjahr hat Frank Lange (unser Bild, Mitte – Foto: Kober) alleinverantwortlich die Nachfolge von Ulrich Tschorn als Geschäftsführer des Verbands Fenster + Fassade (VFF) angetreten, der nach eigenen Angaben mit 370 Mitgliedsunternehmen 60 Prozent des Marktes abdeckt. Die Tendenz dürfte sinkend sein, zieht man die wachsende Bedeutung von importierten Fensterelementen ins Kalkül – was bedeutet das für den Verband und welche Lehren zieht der VFF aus der Kakophonie rund um die gescheiterte Normenverschärfung bei der DIN 18008?

Diese und andere Fragen klärte GFF in einem exklusiven Gesprächstermin mit dem Mann, der von Seufert-Niklaus an die Geschäftsstelle in Frankfurt wechselte; im Anschluss an die Verbandstagung zu VOB und Recht – eine umfangreiche Berichterstattung zu den Tagungsinhalten und dem Lange-Interview finden Sie in unserer Dezemberausgabe.


ABS: Fassadenladen aus Biopolymeren

Seit gestern findet in Bern die Konferenz zur Gebäudehülle der Zukunft statt – die Conference on Advanced Building Skins (ABS). Interessant war am ersten Tag die Vorstellung eines Fassadenladens aus Biopolymeren – ein Forschungsprojekt der TH Nürnberg. Mit den transluzenten Profilen sind Anordnungen möglich, die sowohl das Tageslicht in den Raum lenken – im oberen Bereich – als auch Durchsicht gewährleisten – im mittleren Segment. Die Forscher suchen nun Industriepartner, um ein marktfähiges Produkt zu entwickeln. Hintergrund des Projekts war es u.a., herkömmliches PVC zu ersetzen. Alternative Materialien waren auch in einem anderen Vortrag Thema, darin ging es um Mauerwerksteine aus Hanf. Die Fassadenplaner von Priedemann stellten vor, wie es auch mit den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz (Stichwort: EnEV) möglich ist, Gebäude mit Ganzglasfassaden zu realisieren. Am heutigen Tag geht es u.a. um gebäudeintegrierte Photovoltaik.


GI Niedersachsen: Leistungen der BG nutzen

Die Glaser-Innung Niedersachsen traf sich am heutigen Freitag zur Mitgliederversammlung in Lindwedel bei Hannover. Zu Beginn der Veranstaltung referierte Landesinnungsmeister Uwe Horn über die Leistungen der Berufsgenossenschaften. „Viele Glaserbetriebe wissen nicht, dass man als Mitglied der BG Bau auch Anspruch auf bestimmte Leistungen hat“, sagte er. Beispielsweise unterstütze sie die Anschaffung von Werkzeugen wie Akku-Kreissägen oder Staubsauger. Man könne sich telefonisch oder auf der Website der BG darüber informieren, welche Arbeitsmittel förderungsfähig seien. Zudem wies der LIM daraufhin, dass Betriebe ab 1. Januar 2020 keine Sprossenleitern, sondern nur noch Stufenleitern mit einer Auftrittsbreite von acht Zentimetern verwenden dürfen. „Auch solche Neuanschaffungen werden von der BG finanziell unterstützt“, so Horn. Zudem übernehme sie Kosten für die Ausbildung zum Ersthelfer oder zur Sicherheitsfachkraft. „Solche Leistungen sollte man nutzen“, riet er den anwesenden Mitgliedern. Als nächstes stellte sich Schlamann Autokrane als neues Fördermitglied der Glaser-Innung vor. Das Unternehmen vermietet Geräte wie Hubbühnen, Minikräne und Autokräne. Zudem bietet es TÜV-zertifizierte Schulungen und Lehrgänge sowie Jahresunterweisungen an, die auch als E-Learning-Modul absolviert werden können.

Den vollständigen Bericht über die Mitgliederversammlung der Glaser-Innung Niedersachsen lesen Sie in der Dezemberausgabe von GFF.


GFF vor Ort: Neueröffnung des Ulm-Campus der Biesse Gruppe

Redakteurin Andrea Mateja und Volontärin Fiona Kellner sind heute bei der Neueröffnung des Ulm-Campus der Biesse Gruppe. Nahe Ulm in Nersingen entstand ein neuer Showroom auf einer Fläche von 1.500 Quadratmeter. Seit April stehen dort Maschinen aus den Bereichen Holz, Kunstoff, Stein und Glas. Dieser Showroom ist der erste deutschlandweit, der alle vier Bereiche vereint. Insbesondere die Tochterfirma Intermac stellt den Bereich Glas dar. Der neue Standort spezialisiert sich stark auf den Bereich Fensterbau und zeigt Maschinen, die den Fensterbau erleichtern. Um 16 Uhr eröffneten der CEO der Biesse-Groupe Roberto Selci, der weltweite Vertriebsdirektor Geschäftsbereich Holz, Federico Broccoli, und Biesse Deutschland-Geschäftsführer Jacek Pigorsch den Ulm-Campus. Weitere Einblicke mit einem exklusives Video finden Sie in den kommenden Tagen auf der Webseite von GFF.


Moog: Antriebsinnovation für Schiebeelemente

Die Firma Moog hat heute an ihrem Standort in Memmingen einen leistungsstarken Schiebesystem-Antrieb für große, schwere Fensterelemente vorgestellt. Das Interessante sind zum einen die kompakten Abmessungen. Seien bislang für die Automation von Schiebeelementen mit mehr als 500 Kilogramm große und sperrige Antriebe zum Einsatz gekommen, löse ISA1 dieses Problem auf elegante Weise: In dem 210 mal 57 mal 76 Millimeter großen Gehäuse sind der (ursprünglich für industrielle Anwendungen entwickelte) Motor, ein Netzteil, die komplette Schnittstellenelektronik sowie ein geräuscharmes Planetengetriebe integriert. Des Weiteren ist es mit dem Antrieb auch möglich, die Flügelelemente per Hand zu verschieben. ISA1 registriere jede manuelle Positionsveränderung, die aufgrund des hohen Wirkungsgrads auch nur geringen Kraftaufwand erfordere. Bei Bedarf übernimmt der Antrieb die Arbeit wieder. Das dritte Feature: Moog liefert den Antrieb kundenspezifisch vorprogrammiert. Er ist flexibel in Elementen verschiedener Größen einsetzbar und lernt sich auf Knopfdruck von selbst ein.

Den ausführlichen Bericht zu der Antriebsinnovation lesen Sie in der GFF-Dezemberausgabe. Ein Videointerview finden Sie ab nächster Woche online.


GFF BW: Wie gestaltet sich das Verhältnis zum BIV?

Fast 50 Teilnehmer sind heute zur Delegiertenversammlung des Fachverbands GFF BW erschienen. Eingangs bekräftigte Vorsitzender Jürgen Sieber den Standpunkt des Verbands zur DIN 18008, dass die MBO eine klare Regelung vorgibt und es folglich im Privatbereich keine Anforderung an Sicherheitsglas gibt. Die Risikobeurteilung, die im sog. Verbändepapier veröffentlicht ist, lehnt Sieber ab. Nach aktueller Gesetzeslage sei eine solche im Privatbereich weder gefordert noch nötig. Anschließend wurden die beiden Sieger des Praktischen Leistungswettbewerbs ausgezeichnet: Abdukeriem Alhanafi und Pascal Erath.

Weiter ging es mit Paul Fuhrmann von der Signal Iduna, der Tipps gab, wie sich Verarbeiter rund um Schadensfälle in Zusammenhang mit Asbest versichern. Er gab den Tipp, den Versicherunsberater nach dem vorhandenen Schutz zu fragen und ggf. zu upgraden. „Sparen Sie nicht am falschen Ende.“ Am späteren Vormittag stellte Andreas Richter von der GFF Akademie Neuerungen beim Fensterbautool vor. Dazu gehört das Montagetool, das detaillierter auch auf den GFF-Praxistagen im November vorgestellt wird – Demo-Zugänge für die Teilnehmer sind vorhanden. Mit dem Tool lässt sich ermitteln, mit wie viel Euro die Montage tatsächlich zu Buche schlägt- für eine genaue Kalkulation.

Als letzter Punkt, und mit Spannung erwartet, steht später die Beziehung des GFF BW zum Bundesinnungsverband (BIV) auf der Tagesordnung.

GFF berichtet unmittelbar nach der Versammlung über erste Ergebnisse im Facebook-Livestream – unterstützt von Siemens in Karlsruhe, Fachbereich Glasindustrie. Schalten Sie rein! Die ausführliche Berichterstattung lesen Sie in der GFF-Dezemberausgabe.


Fenstertage: Verbändepapier zur DIN 18008 veröffentlicht

Wenn die letzten Zuhörer im Saal stehen müssen, ist das unweigerlich ein Zeichen dafür, dass das Thema brisant ist. So war es beim Vortrag der beiden Verbandsgeschäftsführer Jochen Grönegräs (BF; unser Bild) und Frank Lange (VFF) zum aktuellen Stand bei der DIN 18008. Beide Verbände betonten, dass sie mit der gefundenen Formulierung zu „Sicherheitsglas unter Brüstungshöhe“ leben können und demonstrierten bewusst Einigkeit. Zuletzt hatte es einen Auslegungsstreit gegeben, ob die Regel auch für den Privatbereich gelte oder nicht. Grönegräs machte nun unter Bezug auf Baujuristen deutlich, dass §37 MBO, auf den sich die DIN 18008 bezieht, in der Regel den Privatbereich nicht einschließt.

Allerdings: Zugleich verwies er darauf, dass – unabhängig von §37 MBO – jeder Betreiber eines Gebäudes eine generelle Verkehrssicherungspflicht habe. Was heißt das nun? Am Ende müsse der Handwerker entscheiden, welches Produkt er einsetzt, und dafür Verantwortung tragen. Als Entscheidungshilfe haben mehrere Verbände, darunter VFF und BF, eine Anwendungshilfe veröffentlicht, mit der Planer und ausführende Unternehmen eine Risikoabschätzung vornehmen und das Gefährdungspotenzial von Glasbruch feststellen. U.a. beinhaltet das Papier verschiedene Beispiele, wann Float reicht und wann die Eintrittswahrscheinlichkeit von Glasbruch höher ist, so dass Sicherheitsglas einzusetzen ist. Das Papier ist ab sofort auf der Homepage der Verbände downloadbar. Die von GFF befragten Fensterbauer sind mit dem Ergebnis wenig glücklich: Sie hätten sich mehr Klarheit gewünscht, jetzt sei es eine Abwägungsfrage, die neue Unsicherheiten mit sich bringt, was die Haftung betrifft.


Fenstertage: Das Fenster als Energiemanager

Frisch ausgezeichnet mit der Verdienstmedaille der Stadt Rosenheim, eröffnete Prof. Ulrich Sieberath heute morgen die Rosenheimer Fenstertage. Deren Motto: Fenster for future. Um die CO2-Emissionen der Gebäude in Deutschland bis zum Jahr 2030 um zusätzliche 20 Millionen Tonnen zu senken, sieht das Klimapaket der Bundesregierung diverse Maßnahmen vor, auch steuerliche Begünstigungen für Baumaßnahmen. „Wenn wir Deutschen eines nicht lieben, dann ist es, Steuern zu zahlen“, hofft Sieberath auf einen positiven Ansturm auf diese steuerlichen Förderungen. Zudem skizzierte er, welche Auswirkungen die Klimaziele auf die Fensterbranche haben. Demnach erhöht sich der Stellenwert des Fensters als Energiemanager. Schaltbare Verglasungen dürften so beispielweise interessanter werden. Andererseits werden steigende Temperaturen die Anforderungen an die Profile erhöhen. „Muss es wirklich Anthrazit sein?“, sollten die Farbwünsche der Bauherren kritisch hinterfragt werden.


ift und die Branche verabschieden Prof. Ulrich Sieberath

200 bis 250 Teilnehmer haben während der Rosenheimer Fenstertage nach 16 Jahren an der Spitze des Instituts für Fenstertechnik Prof. Ulrich Sieberath, Institutsleiter und Geschäftsführer, zum Jahresende in den Ruhestand verabschiedet. Im kurzen GFF-Talk sagte die Galionsfigur, sich noch gar nicht groß mit dem Abschied auseinandergesetzt zu haben – kein Wunder, am Morgen vor der Feierstunde nahm Sieberath noch den Spatenstich des neuen ift-Labors für Bauakustik und Fassadenprüfung vor. Neben dem begnadeten Laudator und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Instituts, Bernhard Helbing, zeichnete Astrid Wirges (unser Bild; Foto: Kober), Mitglied der Geschäftsleitung des Deutschen Instituts für Normung, den gelernten Schreiner und studierten Holztechniker mit der DIN-Ehrennadel aus.

In GFF 11 erscheint ein Beitrag, in dem Prof. Ulrich Sieberath auf sein Wirken in der Fensterbranche zurückblickt – neben vielen Seiten über die Rosenheimer Fenstertage und die PfB-Bauelementetage.


ift: Fenstertage erfinden sich neu – ab 2020

Neue Gesichter auf der obligatorischen Pressekonferenz des ift Rosenheim am Vorabend der Rosenheimer Fenstertage: Neben Oskar Anders, den die Mitglieder im vergangenen Jahr an die Spitze des Vorstands wählten (Mitte), stellte sich auch Jörn P. Lass (1.v.re) den Journalisten vor. Lass, ein ausgewiesener Branchenexperte, ist seit dem 1. Oktober zunächst stellvertretender Institutsleiter und löst ab Januar 2020 Institutsleiter Ulrich Sieberath (2.v.li.) ab, der nach 16 Jahren im Amt in den Ruhestand geht.

Geschäftsführer Jochen Peichl (2.v.re.) präsentierte zufriedenstellende Zahlen. 22 Millionen Euro hat das ift als Unternehmen im vergangenen Jahr umgesetzt. Besonders erfreulich habe sich das Geschäft rund um Feuerschutzabschlüsse entwickelt (plus eine Million Euro). Zahlenrekorde will das ift indes gar nicht aufstellen. „Das Hauptziel ist es, den Branchenauftrag zu erfüllen“, sagte Peichl. Er ging zudem auf die Zukunft der Rosenheimer Fenstertage ein. Ab 2020 sollen diese mit einem fokussierteren Zwei-Säulen-Programm aufwarten, das den Belangen von Fensterbauern auf der einen Seite und Fassadenbauern auf der anderen gerecht wird. „Wir möchten Verarbeiter motivieren, auf die Fenstertage zu kommen.“

In welchem Gewand sich die Fenstertage in diesem Jahr präsentieren, lesen Sie ab morgen in unserem Liveticker sowie ausführlich in der GFF-Novemberausgabe.