Praxisforum von Gerhard Riegler: Normen im Bauwesen

In welchem Verhältnis stehen Bauordnungsrecht und die Bestimmungen des EU-Binnenmarkts? Wie verpflichtend ist die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten, welche Bestimmungen gibt es? Nachdem ö.b.u.v. Sachverständiger Gerhard Riegler ein Seminar zu diesem Thema mit mehr Fragen als Antworten verließ, beschloss er, selbst eine Fortbildungsveranstaltung zu organisieren. Mit zirka 20 Teilnehmern – von Architekten über Sachverständige bis hin zu Vertretern von Bauunternehmen und ausführenden Betrieben – fand diese heute in Langenbruck nahe Ingolstadt statt. Dipl.-Ing. Georg Feuchtgruber und Dr. Christian Hofer vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr nahmen sich des komplexen Themas an. Fazit: Kurz vor den Europawahlen gab es von den Teilnehmern Kopfschütteln über das Gebaren der EU-Gerichte, was zusätzliche nationale Produktanforderungen angeht. Diese sind nämlich nach einen ktuellen Urteil nicht möglich. Begründung: Der freie Warenverkehr würde dadurch eingeschränkt. Interessant werden dürfte das mit Blick auf die Bestrebungen des Bundesverbands Flachglas, heißgelagertes ESG national durch ein RAL Gütezeichen nachzuregulieren.

Das war nicht alles: Prof. Christian Niemöller (im Bild stehend) sprach in seinem Vortrag darüber, welche Auswirkungen die zum 01.01.2018 eingeführten Änderungen im BGB Werkvertragsrecht haben. Riegler selbst beantwortete die Frage, wie verbindlich DIN-Normen sind und welche Auswirkung sie auf die Arbeit in der Planung, Ausführung und Überwachung haben. Mit Kritik an einer unübersehbaren Normierungswut und dem Einfluss von Lobbyisten sparte er nicht.


Diesmal in der Schweiz – Workshop: Fenster kleben auf lackiertem Holz

Und weiter ging es heute mit der Seminarreihe „Fenster kleben auf lackiertem Holz“ der Kooperationspartner Otto-Chemie, Lohmann und Remmers. Diesmal war Gyso als Vertriebspartner von Otto-Chemie Gastgeber und lud an seinen Standort in Kloten in der Schweiz ein. Zuvor tourte das Format bereits durch Deutschland und war auch bei Leitz in Österreich zu sehen (GFF berichtete). Auch die schweizer Kollegen zeigten sich sehr interessiert. Zirka 40 (!) Personen kamen zum Workshop.

Warum ist das Thema so interessant? Dank einer Initiative der drei Partnerfirmen gemeinsam mit dem ift Rosenheim, gibt es eine Erweiterung der ift-Richtlinie VE/08-4, die die Beurteilung von geklebter Verglasung auf Holz regelt. Als erste und bislang einzige bieten Otto, Remmers und Lohmann aufeinander abgestimmte Komponenten an, für die ein entsprechendes ift-Prüfzeugnis vorliegt, welches die Unternehmen heute im Seminar vorgestellt haben.

Nach der theoretischen Einführung lernten die Teilnehmer an drei Stationen, wie das Verfahren genau funktioniert. Ein fachmännisch durchgeführter Einbruchversuch an einem entsprechend verklebten RC3-Fenster folgte und bewies: Das System funktioniert.

Mehr zum Workshop und dazu, wie Verarbeiter von dieser Gemeinschaftsleistung profitieren, lesen Sie in der Sommerausgabe von GFF.



BF-Präsi Arnold: „Wir können alle Themen anpacken“

Im Kloster Hornbach hat heute Abend der fünfte Fachpresseabend des Bundesverbands Flachglas stattgefunden. Im Vordergrund stand der Wechsel an der Präsidiumsspitze. Hans-Joachim Arnold sei dort der richtige Mann, sagte Thomas Dreisbusch, der bei der vergangenen Wahl nicht mehr als Präsident kandidiert hatte, im Gespräch mit GFF. Als Mittelständler, der auch international agiert, sei Arnold der Wunschkandidat gewesen. Der Präsident selbst konnte noch nicht sagen, welche konkreten Themen er anpacken wird. Aber: „Wir sind fachlich hervorragend aufgestellt im Vorstand, um alle Themen anzupacken.“ Positiv erwähnt er, dass der Vorstand mit einigen jüngeren Leuten besetzt ist. Er hofft, dass in Zukunft auch sein Amt einmal von einem jungen Branchenvertreter übernommen wird – sehr gerne auch von einer Frau.


IFN – europäisches Schwergewicht legt weiter zu

Im vergangenen Jahr konnte die IFN-Holding AG ihren Umsatz von 502 auf 546 Millionen Euro gegenüber 2017 steigern. Das entspricht einem Plus von neun Prozent. „Der Markt entwickelt sich positiv, der Trend wird auch in den kommenden drei Jahren anhalten“, prognostizierte Mag. Johann Habring, Vorstand der IFN-Holding, bei der heutigen Pressekonferenz im österreichischen Linz, an der GFF dank Live-Übertragung dabei war (s. Foto). Zu dem erfolgreichen Ergebnis trugen insbesondere die Marken GIG (+11,2 Prozent) und Schlotterer (+4,2 Prozent) sowie das Flaggschiff Internorm (+4,2 Prozent) bei. Allein in Österreich erwirtschaftete das Internationale Fensternetzwerk rund 40 Prozent des Umsatzes, gefolgt von Deutschland (16,3 Prozent), der Schweiz (9,8 Prozent) und Großbritannien (sieben Prozent). Dazu Habring: „Der Brexit wird noch ein großes Risiko für uns.“ Derzeit seien aber noch keine Auswirkungen spürbar.

Um im attraktiven skandinavischen Markt Fuß zu fassen, hatte IFN im Jahr 2017 80 Prozent der Unternehmensanteile von Skaala Oy, führende Fenstermarke in Finnland, erworben. „Die Restrukturierung ist noch nicht abgeschlossen“, ergänzte Habring. Derzeit werde die Organisation von der Eigentümer- auf die Managementführung neu aufgestellt. Auch für 2019 hat sich die Holding ambitionierte Ziele gesetzt. „Umsatzmäßig werden wir die 600-Millionen-Euro-Marke knacken“, betonte der Vorstandschef. Zudem sollen rund 37 Millionen Euro u.a. in Vertriebsaktivitäten, neue Technologien und den Ausbau der Standorte investiert werden.

Den vollständigen Bericht über die Ergebnisse und die Zukunftsperspektiven der IFN-Holding lesen Sie in der Sommerausgabe von GFF.

Foto: Friedrichs


V wie Veka, V wie Vielfalt

Mehr als 1.200 Personen, darunter Kunden aus zirka 50 Ländern (unser Bild; Foto: Kober), erwartet der milliardenschwere Kunststoffprofilgeber Veka im Lauf des Tages anlässlich der groß angelegten Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen in Sendenhorst (Nordrhein-Westfalen). Das offizielle Programm beginnt mit einer Neuheitenschau respektive Werksführung, die weiteste Anreise hatten Gäste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE): „Bewusst zeigen wir heute und morgen u.a. in der Entwicklung befindliche Projekte, um uns mit unseren Partnern darüber auszutauschen“, sagt AWT-Chef Profile und Prokurist Hermann Schmitz dem GFF-Reporter. Neben ihm steht Berthold Streffing, seit 2004 Bürgermeister des 14.000 Einwohner-Städtchens Sendenhorst. Er hebt die Verbundenheit des Unternehmens mit der Region hervor, wenn es um soziale und kulturelle Anliegen, aber auch die gesellschaftliche Verantwortung als Steuerzahler und Arbeitgeber geht. Das weiß die Kommune zu schätzen, bestätigt Schmitz, zugleich in der Geschäftsführung von Oberflächenspezialist Celotec, der für die Profile des Weltmarktleaders die Spectral Technologie entwickelt hat und Platz für die 3.500 Quadratmeter große Halle benötigte: „Dafür war die Zusammenarbeit mit der Stadt Sendenhorst sehr wichtig, die uns hier unterstützt hat“, sagt der Veka-Manager.

GFF druckt bereits im Juniheft ein dreiseitiges Wortlautinterview mit CEO Andreas Hartleif und zieht in seiner großen Sommerausgabe Juli/August die Berichterstattung über die Feierlichkeiten nach. Mehr Inhalte finden Sie zudem im Emailnewsletter GFF Report.


VFF: 200 Gäste bei Tschorn-Verabschiedung

Zum Jahreskongress Inside des Verbands Fenster+Fassade (VFF) sind 200 Gäste ins Frankfurt-nahe Bad Homburg gekommen. Emotionaler Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung ist die Verabschiedung von Ulrich Tschorn (unser Bild, v.re.n.li., mit Gütegemeinschaft-Vorsitzendem Oskar Anders und RA Prof. Christian Niemöller – Foto: Kober) nach 13 Jahren als Geschäftsführer gewesen. Sein Nachfolger Frank Lange amtiert seit einem Monat als Alleingeschäftsführer und führte mit Präsident Detlef Timm („Ulrich Tschorn war ein Glücksfall für die ganze Branche, ohne ihn hätte ich die Aufgabe nicht übernommen“, sagt er im Interview für unsere große Sommerausgabe GFF 7-8/19) durch die Tagung. Inhaltlich war das Programm stark dominiert durch die Punkte Energieeffizienz (dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann) und vor allem Digitalisierung (u.a. Schüco-Senior VP Prof. Winfried Heusler).

Die Nachberichterstattung finden Sie im Juni-Emailnewsletter GFF Report und in der Juli/August-Ausgabe.


Lisec stellt neue Technologien vor

Seit gestern finden in Zeulenroda die Lisec Technologietage statt. Der Tagungsort ist bewusst gewählt. In unmittelbarer Nähe, in Triptis, befindet sich die Isolierglas- und PVC- Fensterfertigung von Weru. Unjüngst investierte das Unternehmen in eine neue Komplettlinie von Lisec – vom Glaszuschnitt bis zur Iso-Montage. Nach einer theoretischen Einführung in das Projekt durch Werksleiter Jens Reimann hatten die zirka 80 anwesenden Glasverarbeiter Gelegenheit, die Anlage genau unter die Lupe zu nehmen.

Zuvor hatte Stefan Jagersberger von Lisec neue Anlagen für die Fertigung fester Abstandhalter vorgestellt. Er hob dabei hervor, dass es insbesondere auf die Qualität der Butylierung ankomme, damit Isoliergläser langlebig, sprich gas- und dampfdicht, sind. Die Anlage LBH B25ARS appliziere präzise, insbesondere in den Eckbereichen. Heue stehen Vorträge zu Smart Class, VSG-Zuschnitt und Laminierung auf dem Programm. Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Wuchter beantwortet die Fragen des GFF-Reporters im Video-Interview.


Heute mit LIM Sieber: GFF skypt mit seinem Verband

Heute haben wir den baden-württembergischen Landesinnungsmeister, Fensterbauer und Glasermeister Jürgen Sieber (unser Bild; Foto: Kober), im 5.000 Einwohner zählenden Stetten am kalten Markt (a.k.M.) nahe Sigmaringen besucht. Der Fachmann machte im Skypegespräch mit den GFF-RedakteurInnen Andrea Mateja und Reinhold Kober deutlich, dass es beim Brennpunktthema Asbest („Das steht bei uns im Moment an erster Stelle“) nach Vorarbeiten seitens BIV/Hermann Fimpeler im nächsten Step darum gehe, ein Verfahren aufzusetzen, um bei Bedarf den Fensterrahmen aus der Wand zu holen – GFF stellt in seiner großen Sommerausgabe Juli/August vor, wie sich der Fachverband in Karlsruhe zu dieser Frage positioniert. Weitere Themen des Skypegesprächs waren erste Rückmeldungen aus den angeschlossenen Innungen, wohl überwiegend anlehnender Art, wie mit der Frage der im Raum stehenden Beitragserhöhung des BIV umzugehen sei, sowie das im mittleren vierstelligen Tausenderbereich dotierte Stipendium der Werner-Stober-Stiftung für einen Meisterschüler am Berufsbildungsstandort Karlsruhe – freuen Sie sich auf die ausführliche Berichterstattung von Andrea Mateja in unserer Juniausgabe.


Ältester Betrieb Rheinhessens feiert 250. Geburtstag

1769 gründete Glasermeister Martin Hammes die Glaserei Hammes (heute: Hugo Hammes – Glaserei und Fensterbau). Im selben Jahr erhielt James Watt das Patent für seine Dampfmaschine. Mit diesem Hinweis hat Glasermeister Peter Hammes (im Bild am Pult), Sohn und baldiger Nachfolger von Inhaber Hugo Hammes, heute seine Begrüßung zu den Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen des Betriebs begonnen. Zirka 70 Gäste kamen, um mit Familie Hammes zu feiern. Unter den geladenen Gästen waren auch Hauptgeschäftsführer des Bundesinnungsverbands des Glaserhandwerks (BIV) Stefan Kieckhöfel und  BIM Martin Gutmann – Letzterer überreichte der Familie Hammes im Namen des BIV eine Urkunde.

Auch die Handwerkskammer (HWK) Rheinhessen gratulierte. „Zu diesem ganz besonderen Ereignis habe ich unsere Archive durchsucht, um herauszufinden, ob es noch einen älteren Betrieb hier in Rheinhessen gibt. Die Antwort ist: Nein“, sagte Präsident Hans-Jörg Friese bei seiner Rede. „Damit ist das Familienunternehmen der älteste Betrieb Rheinhessens und erhält heute die größte Auszeichnung, die wir vergeben: die goldene Nadel.“

Weitere Eindrücke von der Jubiläumsfeier teilen wir mit Ihnen in der Juniausgabe von GFF.


Renolit: neues Service-Center eingeweiht

Renolit hat in unmittelbarer Nachbarschaft seines Hauptsitzes in Worms ein weiteres Gebäude bezogen. In dem Komplex sind der Folienservice sowie Teile der Anwendungstechnik untergebracht. Heute fand die offizielle Einweihungsfeier statt. „Für uns ist der Erwerb des neuen Geländes eine wunderbare Zuwachsmöglichkeit mit einer besonderen räumlichen Nähe zu unserem Hauptsitz“, sagte Renolit Vorstandsvorsitzender Michael Kundel am Eröffnungstag. Trotz des regnerischen Wetters ließen sich die zahlreich erschienenen Gäste die gute Stimmung nicht vermiesen. „Der Zukauf ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung des Renolit Folienservice. Hier führen wir Schulungen für unsere Kunden durch“, sagt Harald Neunzehn, Leiter Folienservice. Im neuen Gebäude sind aktuell 14 Mitarbeiter tätig, in Zukunft soll sich die Zahl noch erhöhen sich die Anzahl noch erhöhen.

Renolit stellt mit dem Folienservice seinen Kunden ein umfassendes Service- und Schulungsangebot für die Reparatur folierter Kunststoffprofile zur Verfügung. Jedes Jahr schult das Team um Harald Neunzehn zirka 350 Fachkräfte am Hauptsitz in Worms und in externen Weiterbildungen.