Windays: Komplexere Ausführungsplanung

Am zweiten Tag der Windays stand zunächst das Thema Glas im Fokus. Thomas Stöckli von der BFH zeichnete den Weg nach, wie sich Glas vom einfachen Füllmaterial weiterentwickelt hat und heute zunehmend als intelligente Komponente eingesetzt wird. Dimmbare Gläser sind ein Beispiel dafür. Diese Funktionalität erfordert zwangsläufig eine Vernetzung mit dem Gebäude, diverse Schnittstellen sind zu berücksichtigen. Die Folge: „Die Ausführungsplanung wird komplexer, das kostet Zeit und Geld.“ Ebenso werde die Zusammenarbeit mit Architekt und Glashersteller wichtiger. Stöckli betonte aber auch, Glas als Füllkomponente kein Auslaufmodell ist. Denn die moderne Beschichtungstechnologie erlaube es, bauphysikalische Werte einfach zu beeinflussen. Weitere Vorträge befassten sich u.a. mit der Sicherheit und Standfestigkeit des Fensters.


Fenster- und Türenmontage in Theorie – und in Praxis

Das Finstral Studio in Friedberg bei Augsburg diente heute als Kulisse für das ift-Seminar „Fenster- und Türenmontage praktisch erklärt“, das in Kooperation mit Finstral und Tremco Illbruck stattgefunden hat. ift-Referent Dieter Tausch ging im ersten Teil des Seminars auf die theoretischen Aspekte bei der Montage ein, versuchte dabei aber auch immer praktische Beispiele und anwendbare Hilfestellungen zu finden. Immer wieder brachte er dazu nützliche Leitfäden ins Spiel. Allerdings betonte er auch, dass für Monteure gilt, nach dem Stand der Technik zu arbeiten. Und der richtet sich laut Tausch nicht nur nach Normen und herausgegebenen Richtlinien, schließlich gibt es in manchen Fällen bereits neue und bekannte Erkenntnisse, die es ebenfalls zu beachten gibt. „Man muss am Ball bleiben und sich informieren“, rät er den Teilnehmern.

Nach einem kurzen Ausflug zum Thema Zarge, den Vortrag hielt Kurt Messner von Finstral, ging es am Nachmittag in die Praxis. Die richtige Abdichtung bei der Montage von Fenstern war das zentrale Thema. Die Teilnehmer konnten sich in einem Übungsraum des Finstral Studios austoben, mit Schaum, Acryl und Dichtbändern abdichten, aber auch mit Dübeln in verschiedene Ziegel hauen und im Anschluss gemeinsam versuchen, Fenster einzubauen und abzudichten.

Mehr zur Veranstaltung lesen Sie in unserer Mai-Ausgabe von GFF.



KSF: 100 Sachverständige in Karlsruhe

Der Fensterstandort in der deutschen Verbandslandschaft macht seinem Ruf alle Ehre; an die 100 Sachverständige, aufgefüllt mit Meisterschülern, sind zum dreitägigen Spezialistenevent in den Räumen des Fachverbands Glas Fenster Fassade Baden-Württemberg (GFF BW) gekommen, um neueste Beiträge, etwa aus den Bereichen Rechtsprechung, Brandschutz und Novellierung DIN 18008, zu hören. Auffällig ist die kommunikative Atmosphäre (unser Bild; Foto: Kober), vom ersten Vortrag durch RA Roland Jaspers von Schick und Staudt Rechtsanwälte in Stuttgart u.a. zu Fragen der Sachverständigen-Vergütung an stellen die Teilnehmer Fragen, entspinnen sich Diskussionen, gibt es Möglichkeiten zum fachlichen Austausch – nach den Worten von Programmmacher Andreas Richter eines der Hauptanliegen des teils weit gereisten Publikums, das sich aus allen Teilen Deutschlands nach Baden-Württemberg aufgemacht hat.

GFF berichtet in seiner Maiausgabe doppelseitig über das Karlsruher Sachverständigen Forum (KSF) und veröffentlicht in einer der nächsten Ausgaben des Emailnewsletters GFF Report die spannendsten Inhalte aus einem Gespräch mit Andreas Richter von der Orgacrew.


Glasbau 2019: Bauten und Projekte im Fokus

Vom 28. bis 29. März 2019 verwandelt sich das Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden in ein Think Tank des Glasbaus. Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz stehen neueste Entwicklungen im konstruktiven Glasbau und in der Fassadentechnik. Experten aus Forschung & Entwicklung sowie der Industrie referieren u.a. über experimentelle Dünnglaskonzepte in der Architektur, geklebte Anwendungen im Glasbau, intelligente Verglasungen und Fassadengestaltung mittels 3D-Druck. Ein Forscherteam der TU Dresden hat Photovoltaikmodule mit thermischen Solarkollektoren ergänzt, um die Energieeffizienz des Fassadenaufbaus zu optimieren. Das sogenannte Energetic Panel besteht aus dem PV-Modul zur Stromerzeugung sowie einer Kapillarrohrmatte zum Abführen der Wärmeenergie. Eine Testfassade in Dresden wurde in Zusammenarbeit mit der Priesemann Facade-Lab GmbH realisiert. Erste Ergebnisse bestätigen die Steigerung des elektrischen Ertrags und das Abführen der thermischen Energie über das Kapillarrohrsystem.

Den vollständigen Bericht über die Glasbau 2019 in Dresden lesen Sie in der Maiausgabe von GFF.

Foto: Friedrichs


Windays: Drehkipp vor dem Aus?

In Biel (Schweiz) finden heute und morgen die Windays statt. Eine Erkenntnis des ersten Tages: Der Drehkipp-Beschlag hat sich überlebt und dürfte bald abgelöst werden. Das ist die Meinung von Urs Uehlinger von der veranstaltenden Berner Fachhochschule. Nicht nur seien mit neuartigen Beschlagtypen – die Industrie bewegt sich hier langsam – ganz andere Fensterdesigns möglich. Auch in der Fertigung ergeben sich Vorteile, wie das Forschungsprojekt AutoWindow (unser Bild) zeigt. Peter Schober von der Holzforschung Austria griff das Thema innovativer Fensterkonstruktionen ebenfalls auf und zeigte, welche Potenziale der Einsatz von Vakuumglas hat. Andere Öffnungsarten seien damit ebenso möglich wie sehr schlanke Profilansichten. „Nehmen Sie Anreize mit, was Sie in der eigenen Fensterentwicklung voranbringt“, sagte Schober.

GFF berichtet in der Maiausgabe ausführlich zu den Windays.


BPH-Kongress: Den Zeitgeist getroffen

Was haben die Fridays for Future-Bewegung und Holzfenster gemeinsam? Ganz viel, wie Eduard Appelhans, Vorstand des Bundesverbands ProHolzfenster (BPH), zu Beginn des Holz-/HolzAlufenster-Kongresses in Bad Mergentheim erläuterte. Die Demonstrationen für mehr Umweltschutz zeigten, dass die im Verband organisierten Fensterbauer mit ihren Produkten die Antwort auf drängende Fragen haben. „Immer mehr Kunden achten darauf, welche Materialien zum Einsatz kommen und wie gefertigt wird“, sagte Appelhans. Diese Marktchance gelte es mit Selbstbewusstsein zu nutzen. Zum Ausklang des ersten Veranstaltungstages besichtigten die Teilnehmer die Fertigung von BPH-Mitglied Herbert Schenk im nahegelegenen Boxberg-Unterschüpf. Der Vollsortimenter beliefert mit seinen Holz- und Holz/Alu-Fenstern Fachhandel und Endkunden. Besonders stolz ist das Unternehmen auf die Oberfläche seiner Elemente.

Eine Zusammenfassung der Tagung lesen Sie in der GFF-Maiausgabe.


Niedersachsen: Neue Werkstatt für die Glaserausbildung

Mit einer Investitionssumme von fast 430.000 Euro wird die Glaserwerkstatt auf dem Campus Handwerk im niedersächsischen Garbsen bei Hannover noch bis etwa 2025 zu einem zukunftsfähigen Standort ausgebaut. Rund 150 angehende Glaser durchlaufen dort jedes Jahr die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU). Nach Abschluss der ersten Sanierungsphase wurde die Werkstatt heute im Rahmen der Mitgliederversammlung der Glaser-Innung Niedersachsen vorgestellt. Zur modernen Ausstattung gehören neben einem Fusing-Ofen und einer Sandstrahlanlage auch ein Schneidtisch, ein Plotter, Bandschleif- und Bohrmaschine sowie eine Doppelgehrungssäge. Ab 2022 erfolgt im nächsten Schritt die Modernisierung des Baukörpers. Roger Möhle, Geschäftsführer der Glaser-Innung Niedersachsen, ließ die Entwicklung der im Jahr 1974 errichteten Glaserwerkstatt Revue passieren. Als „Mann der ersten Stunde“ leitete der Glasermeister die ÜLU in Garbsen von 1974 bis 2009.

Den vollständigen Bericht über die Mitgliederversammlung und die neue Glaserwerkstatt lesen Sie in der Maiausgabe von GFF.

Foto: Friedrichs


IHM München – auf geht’s zur Livebaustelle

Mehr als 1.000 Aussteller machen die IHM München zur zentralen Leistungsplattform für das (deutschsprachige Bau-)Handwerk, den Besuch lohnt alleine die Livebaustelle in Halle C3, auf der bis zum 17. März 2019 unter den Augen der interessierten Besucher ein komplettes Haus entsteht. Wir besuchen Betriebe aus dem Umfeld der Zeitschriften GFF und sicht+sonnenschutz und sind mit Meinhard Berger von der R+S-Innung Südbayern verabredet – alle Berichte lesen Sie in den nächsten Ausgaben der Emailnewsletter GFF Report und sicht+sonnenschutz aktuell sowie in den nächsterreichbaren Printausgaben – viel Freude bei der Lektüre.


Bürkle beschleunigt den Laminierprozess

Vakuum, Hitze, Kühle – ein neuer Prozess zur Lamination von Verbundgläsern soll Taktzeiten von deutlich weniger als zehn Minuten ermöglichen und dabei die Kosten senken. Am Unternehmenssitz in Freudenstadt hat das Unternehmen Robert Bürkle 21 Vertretern aus der Glasbranche die neue Technologie in Theorie und Praxis vorgestellt. Der von Bürkle Inline Flat Lamination (IFL) genannte Prozess ist ein mehrstufiger Laminierprozess, der im ersten Schritt eine beidseitig beheizte Vakuum-Flachpresse nutzt. Im zweiten Schritt kommt eine Flachpresse zum Einsatz, durch die ebenfalls Wärme von oben und unten in das Produkt eingebracht wird. Eine Flachpresse mit gekühlten Pressplatten kühlt im Anschluss die Verbundgläser ab.

In der GFF-Aprilausgabe stellt GFF den Prozess im Detail vor.


Von BIV bis DIN 18008: Skypen mit Wolfgang Gastel

Im Skype-Redaktionsgespräch mit GFF saß heute Glasermeister Wolfgang Gastel, Zweiter Vorsitzender des Fachverbands GFF Baden-Württemberg, auf der anderen Seite der Leitung, die Fragen vor Ort stellte Redakteurin Andrea Mateja (links im Bild Redakteur Matthias Metzger in Bad Wörishofen, Foto: Faab). Thematisch deckte Gastel ein weites Feld ab: vom überraschenden Ausgang der BIV-Wahlen (inklusive Ausblick auf die anstehende Sitzung im März) über die Anforderungen an die staubfreie Baustelle bis hin zur sog. 0,8 Meter-Regelung der DIN 18008. Dass der als Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften in Baden-Württemberg politisch gut vernetzte Gastel die Finger im Spiel hatte, als die Bauministerkonferenz die geplante Regelung aufgrund zu erwartender steigender Baukosten zurückwies, ist nicht gänzlich auszuschließen. Er selbst sieht seinen Einfluss allerdings weit geringer. „Bei einem Gespräch mit dem baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller war das unnötige Verteuern des Bauens schon ein Thema, ich denke aber nicht, dass das der direkte Auslöser war, die 0,8 Meter-Regelung in der jetzigen Form zu verwerfen.“

Eine Zusammenfassung des Skype-Gesprächs lesen Sie in der GFF-Aprilausgabe.