Arnold: Lasertechnik für mehr Glas-Funktionen

Als Hans-Joachim Arnold vor Jahresfrist verkündete, sich aus der operativen Verantwortung für die von seinem Vater Alfred gegründeten Glaswerke zurückzuziehen, begründete er das neben der Merkendorf-Schlappe damit, durch diesen Schritt mehr Freiräume für Entwicklungsthemen zu haben. Diese Ankündigung machte der Unternehmer jetzt wahr, beim Ortstermin mit Dr. Thomas Rainer (v.li.; Foto: Kober), technischer Geschäftsführer von Boraident, im heimischen Remshalden informierte er GFF exklusiv über den Einsatz des bisher einzig existierenden Lasers dieser Art für die Fertigung eines besonderen Typus des Vogelschutzglases Ornilux: „Die Bearbeitungsgeschwindigkeit ist hoch. Das heißt, die Lasertechnik versetzt uns in die Lage, Kundenwünsche ab Losgröße eins zu erfüllen“, schwärmte der Aufsichtsratsvorsitzende, der im Dialog mit Rainer in etwas mehr als einem Jahr die Maschine Laser Bird entwickelt, ein halbes Dutzend weiterer Anwendungen ersonnen und erste Gespräche mit Interessen aus der deutschen Glasbranche über ein Lizenzierungsmodell geführt hat.

Welches Erlöskonzept Arnold mit dem Einsatz von Lasertechnik für die Glasbearbeitung verfolgt und was außer der Vogelschutz-Nische sonst noch möglich ist, berichten wir ab 2.10.15 exklusiv in GFF. 

 


GFF-Praxistage: Moderator läuft sich warm

Dipl.-Ing. Ronny Meyer (unser Bild; Foto: Kober), am 30. und 31. Oktober 2015 in der Karlsruher Stadthalle Moderator auch der zweiten Auflage der GFF-Praxistage, hat sich wenige Wochen vor dem Branchenhighlight bestens präpariert gezeigt: „Das Schwierigste für den Fensterbauer ist, denke ich, auf der Baustelle die Schnittstellenproblematik. Aber auch innerhalb des eigenen Gewerks gilt es, Netzwerke zu bilden, um von Erfahrungen zu profitieren, die die Kollegen vielleicht schon gemacht haben“, sagte er Ende August beim Vorgespräch. Dass der Bedarf an Kommunikation und Informationen da ist, unterstreicht nach Veranstalterangaben der Anmeldestand zwei Monate vor dem Kongress: Holzmann Medien hält am Ziel fest, das gute Ergebnis der Auftaktveranstaltung vor zwei Jahren mit 150 Teilnehmern zu wiederholen. Dazu sollen Fachthemen wie Befestigung, Schimmelprobleme und Glasbemessung ebenso beitragen wie eine eigens bei B+L Marktdaten in Köln beauftragte Studie über Perspektiven für den handwerklichen Fensterbau.

Alles Wissenswerte über den Kongress finden Sie auf www.gff-praxistage.de, auf www.gff-magazin.de veröffentlichen wir in den nächsten Wochen mehrere aktuelle Interviews mit TV-Moderator und Sanierungsexperte Ronny Meyer. 

 



Die Produktion von Sonderelementen auslagern

Die Firma Hermann-Blösch beliefert ihre Kunden, das sind handwerkliche Fensterbaubetriebe, mit Sonderfenstern und Hebeschiebeelementen. Dass Betriebe die Produktion solcher Elemente auslagern, mache betriebswirtschaftlich Sinn, erläutert Geschäftsführerin Franziska Hermann beim Interview-Termin mit GFF. Vorbild sei die Autoindustrie. „Das Erfolgskonzept liegt in der Auslagerung von Sonderteilen, die die eigene Produktion und den eigenen Workflow stören“, sagt Hermann.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dem Betrieb aus Weißenhorn geht es mitnichten darum, dass kleine Betriebe solche Elemente nicht selbst fertigen könnten; im Gegenteil: „Unsere Kunden sind tolle Handwerker und wir wollen, dass sie weiterhin kräftig selbst produzieren“, erläutert Hermann. Angesichts der aktuellen Marktsituation mit Preisdruck etc. sollten sich die Betriebe jedoch überlegen, ob es nicht sinnvoll sein könnte, solche Elemente – die schwer zu kalkulieren sind und gewisse Anforderungen an Mensch und Maschine stellen – auszulagern, vor allem wenn man davon nur eine Handvoll im Jahr fertige. „Die Betriebe können sich so auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.“ Außerdem ließen sich alte, bereits abgeschriebene Anlagen sehr wirtschaftlich einsetzen.

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Das Konzept von Hermann-Blösch sowie die Themen Generationenwechsel und Unternehmensentwicklung präsentieren wir in unserem exklusiven Interview in der Oktoberausgabe der GFF.


Wo sind sie denn, die Schwellen?

Der 2013 eröffnete Neubau der Senioreneinrichtung Espachstift (betreutes Wohnen, ambulante Pflege) in Kaufbeuren zeichnet sich durch Barrierefreiheit pur aus: vom Eingang bis zum Balkon überquert der Bewohner keine Schwelle. Bei den Balkontüren kommt dabei die Magnetdoppel-Dichtung von Alumat zum Einsatz, in allen 44 Wohneinheiten. „In der Pflege wäre alles andere als 0 Zentimeter Schwachsinn“, erläutert Geschäftsführer Markus Poppler mit drastischen Worten. Insofern wundern ihn Diskussionen zur Machbarkeit und Umsetzbarkeit. Er selbst kenne es gar nicht anders aus seiner bisherigen Berufserfahrung.

Die Espachstiftung als Bauherr hat ganz bewusst Schwellenfreiheit verlangt – das komme den Bewohnern zugute und helfe gleichzeitig bei der Außendarstellung. Der Architekt forschte sodann nach, wälzte Fachbücher und entschied sich schließlich für die Alumat-Lösung als beste Variante. Wie GFF erfuhr, sind auch im Altbau Alumat-Schwellen verbaut – seit wohl zirka 15 Jahren. Dem Espachstift dürfte damit eine Pionierrolle bei schwellenfreien Pflegeeinrichtungen zu kommen. Probleme habe es in dieser langen Zeit nie gegeben: „Das Wasser bleibt draußen“, sagt Poppler.

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Mehr über das Espachstift sowie Stimmen von Bauherr, Alumat und Architekt lesen Sie in der nächsten GFF.


Rüdiger Müller zu Normung: „Zu viel des Guten“

Rüdiger Müller, Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter des Prüfinstituts für Bauelemente (PfB; unser Bild – Foto: Kober) in Stephanskirchen, hat im Gespräch mit GFF klar Stellung bezogen, in Sachen „Flut der Richtlinien“, was den Einbau besonders dichter Elemente angeht: „Das Handwerk müsste sagen, es ist einfach zu viel des Guten.“ Die immer weiter gesteigerte Dichtigkeit der Gebäude in Verbindung mit fehlender Lüftung („Warum nicht mal ein Fenster öffnen, auch in der Übergangszeit Herbst und Frühjahr“) sei der Grund für Tauwasserbefall und Schimmel, nicht in erster Linie eine falsche Montage. Der Ingenieur (FH), Jahrgang 1944, hat über Jahrzehnte Erfahrung im Prüfwesen und in der Normungsarbeit gesammelt und setzt in Stephanskirchen mit 16 Beschäftigten p.a. 1,4 Millionen Euro um.

GFF veröffentlicht in seiner Septemberausgabe eine doppelseitige Berichterstattung zum ausführlichen Gespräch in Stephanskirchen.