fensterbau/frontale bricht Rekord

Mehr als 108.000 Fachbesucher strömten vom 26. bis 29. März auf das Messedoppel fensterbau/frontale und Holz-Handwerk 2014. Damit übertraf die Veranstaltung das Ergebnis von 2012 um zirka zehn Prozent. Allein am zweiten Tag setzte die Messe einen Rekord mit 37.000 Besuchern an einem Tag, mehr als bei jeder anderen Veranstaltung der Nürnberg Messe. Dr. Siegfried Melcher. Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Glas Fenster Fassade Baden-Württemberg zog ein positives Fazit für die Branche: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Zuspruch und der hohen Qualität der Fachbesucher.“


Next Level — auch in der Außendarstellung

Wurde die Branche noch vor wenigen Jahren insbesondere technisch verortet und präsentierte sich in erster Linie funktional, so waren auf der fensterbau/frontale 2014 gerade die Einsprengsel aus der Welt des sicht+sonnenschutzes positive Beispiele für die Realisierung eines zeitgemäßen Messeauftritts; was die Verler Rollladen(-kasten)-Experten von Alulux passend zum Claim Next Level angefangen von der spektakulären Kletterwand — nur für die Finisher gab’s den Fußball mit Unternehmenslogo — über den Kontrast Modern/Rustikal bis hin zum Rundum-Marketingpaket und zwei unterschiedlichen Videojournalismus-Formaten auf die Beine stellte, repräsentierte eigentlich schon die übernächste Niveaustufe. Nebenan präsentierte Selve mit dem Iveo Home Server eine eigene SmartHome-Plattform oder stellte Hella mit dem intelligenten Tageslichtrollladen echte Entwicklungsinnovation vor — Holzmann Medien berichtet in seinen beiden Zeitschriften GFF und sicht+sonnenschutz zielgruppenspezifisch über die Megamesse.



Drutex will Fenstergeschäft in Deutschland steigern

Der polnische Fensterhersteller Drutex hat auf einer Pressekonferenz im Rahmen der fensterbau/frontale seine Pläne für 2014/2015 vorgestellt. Demnach baut das Unternehmen seine Fertigungskapazität mit der Eröffnung seines neuen Werkes von aktuell zirka 5.000 auf zirka 10.000 Fenster pro Tag aus. Seinen Umsatz von 120 Millionen 2013 will Drutex fast verdoppeln. In Deutschland soll der Umsatz von 40 Millionen Euro 2013 auf 70-80 Millionen Euro steigen. Dafür verspricht der Hersteller seinen Handelspartnern die Lieferung der Fenster auch nach individuellem Kundenwunsch innerhalb von sieben Tagen ab Datum der Bestellung. Um die Bekanntheit der Marke zu steigern, hat Drutex die Fußballstars Philipp Lahm und Andrea Pirlo für eine Werbekampagne gewonnen.

image


Die ganze Welt der Fenstermontage

Tavapet ist ein in der Schweiz bei Tavapan entwickelter Dichtstoff, der mit einem Top-Lambda-Wert, wichtigen Verarbeitungseigenschaften wie der Verschraubbarkeit und guter Recyclingfähigkeit — das Material aus den PET-Flaschen — Anforderungen im Fensterbau erfüllt. Beim GFF-Praktikercheck, diesmal mit Karsten Taig von Wertbau, prüft der Unternehmer im GFF-Auftrag die Festigkeit, will eine Hausnummer für den EK wissen und fragt nach Verbindungsmöglichkeiten, z.B. mit Konsolen von Verschattungsanlagen. Gecheckt wurden außer Tavapan Entwicklungen bei Schweikart Venstersysteme und Profiler Inoutic: Letztere erhielten für die Materialalternative Innergy aus dem Mutterkonzern Deceuninck den AIT-Innovationspreis. Das ift zeichnete Rainer Taig, den Vater von Karsten Taig, für eine gemeinsam mit Würth entwickelte Befestigungslösung aus.
image


Profine will Innovationsführer werden

Der Kunststofffenster-Systemgeber Profine hat auf der fensterbau/frontale 2014 seinen Anspruch auf die Marktführerschaft bei Innovationen formuliert. Der geschäftsführende Gesellschafter Peter Mrosik sagte: „Wir haben eine klare Produktstrategie für die Innovationsführerschaft im Markt formuliert, die wir nach grossen Investitionen jetzt umsetzen.“ Einen wichtigen Teil dieser Entwicklung soll das neue 76 Millimeter-System als Flagschiff der PVC-Fenstersysteme beisteuern. „Entscheidender Vorteil für unsere Partner ist dabei die Kombination aus schmaler Bautiefe und guten U-Werten bis zur Passivhaustauglichkeit“, sagt Mrosik.

image


Messetrend: Unterschied durch Service

Frank Fissel hat als Geschäftsführer gerade mit Verantwortung für die DACH-Region bei Somfy übernommen; mit Blick auf erste Eindrücke von der zurückliegenden Roadshow hat er die Erreichbarkeit des technischen Supports — Stichwort: twentyfour seven (24/7) — und Hilfestellung bei der Installation als zentrale Themen für Tahoma-Verarbeiter identifiziert. Auch bei Profilgeber Aluplast am fensterbau/frontale-Messestand spielt Anwendungstechnisches eine Rolle: So werden Drücke von drei Bar auf eine verklebte bzw. verklotzte Elementkonstruktion aufgebracht, um vorhandene Unterschiede in der resultierenden Bewegung, mithin der Stabilität, herauszuarbeiten. Das Ergebnis, eine um 24 Prozent höhere Steifigkeit für die sog. Bonding inside-Lösung, ist anschaulich und also eindrucksvoll.


Branchenverbände blicken positiv auf 2014

Auf der fensterbau/frontale 2014 eröffneten die Branchenverbände Verband Fenster+Fassade (VFF), Bundesverband Flachglas (BF), Fachverband Schloss+Beschlag (FVS+B) einen guten Ausblick auf das Jahr 2014. Nach einem Wachstum von 1,8 Prozent 2013 auf 13,2 Millionen Fenstereinheiten erwarten die Verbände 2014 ein stärkeres Wachstum des Deutschen Fenstermarkts um 4,7 Prozent auf 13,9 Millionen FE. Ein Treiber soll der Neubau werden, der um 8 Prozent zulegen soll. Der Sanierungsmarkt für Fenster werde zirka 2,7 Prozent wachsen. Der Anteil an Dreifachisolierglas stieg 2013 auf zirka 55 Prozent. Für das aktuelle Jahr erwartet der BF eine Steigerung des Anteils in Richtung 60 Prozent.


Elumatec und Stürtz geben Kooperation bekannt

Die Maschinenspezialisten Elumatec und Stürtz haben zu Beginn der fensterbau/frontale 2014 offiziell ihre Kooperation bekannt gegeben. Mit einem gemeinsamen Leistungsportfolio wollen die Partner die komplette Bandbreite der Fenster- und Türenfertigung abdecken. In erster Linie gehe es um eine Vertriebs- und Produktentwicklungspartnerschaft für individuelle Bedürfnisse auch kleiner Betriebe. Daneben stellte Elumatec mit dem Profilbearbeitungszentrum SBZ 137 für Alu und PVC eine Weltneuheit vor. Der um 30 Grad geneigte Bearbeitungstisch soll schnelles und für den Nutzer ergonomisches Bearbeiten ermöglichen.

image


Gealan und Veka – die Ruhe nach dem Sturm

Es war der Hammer vor der Messe: Profilriese Veka kauft Gealan und erreicht damit die Umsatzmilliarde. Natürlich wirft so eine Nachricht erst mal mehr Fragen auf, als sie beantwortet: Welche Auswirkungen hat das auf die Sortimente, bekommen mit einem Schlag alle Veka-Betriebe Acrylcolor, profitiert der Gekaufte von der Einkaufspotenz des Käufers? Auf der Messe führt GFF der erste Weg zu Gealan — und siehe da: Gleich gegenüber haben es sich die Geschäftsleitungsmitglieder beider Gesellschaften bequem gemacht; nur Antworten gibt es noch keine: öffentlich jedenfalls nicht. Wir bleiben für Sie dran — versprochen!


Achenbach stärkt Handwerk den Rücken

Bei der Einführung z.B. des CE-Zeichens hätten es Branchen-Institutionen versäumt, Betrieben den Rücken zu stärken. Deshalb forderte Sachverständiger Eberhard Achenbach im Gespräch mit GFF zur fensterbau/frontale, ein Expertengremium als Bindeglied zwischen Handwerk und Industrie zu installieren; zu lange hätten in den Institutionen gesellige Unternehmungen im Vordergrund gestanden, zumal gleichzeitig Belastungen wie diverse Nachweispflichten häufig ohne Gegenwehr hingenommen worden seien — nun sollten wieder fachtechnische Belange und der inhaltlich geprägte Erfahrungsaustausch breiteren Raum einnehmen.