VFF will Energiewende vorantreiben

Klimaschutz ist weiter ein wichtiges Thema für die Fenster- und Fassadenbranche, braucht aber neuen Schwung und eine konkrete Strategie zur Umsetzung: diese Botschaft prägte den Jahreskongress des Verbands Fenster + Fassade ( VFF ) in Potsdam. Dabei will die Interessenvertretung mit ihren Mitgliedern die Menschen mit einer emotionalen Ansprache und finanzieller Förderung abholen und die energetische Sanierung attraktiv im Markt platzieren. Ein Ansprechpartner für Fördermittelservice, Energieberatung, Aufmass und Montage lautet das Ziel. Als weiteres Thema griff VFF-Präsident Detlef Timm die weiter schwierige Erlössituation trotzguter Auftragslage. „Wir müssen Geld verdienen, um die nötigen Investitionen für langfristigen Erfolg zu finanzieren“, sagte Timm.

Mehr zum VFF-Jahreskongress lesen Sie in der GFF-Ausgabe 9/2017.

Neues aus Technik und Normung bei Lisec 

„Legen Sie bis zum 1. Juli 2017 Einspruch beim Deutschen Institut für Bautechnik gegen die Verwaltungsvorschrift MVV TB mit Blick auf die geplante Einsatzbeschränkung von Scheiben nach DIN EN 14179-2 ein, deren Oberkante mehr als vier Meter über Verkehrsflächen liegt. Diese Regelung gefährdet die Existenz der Glasbetriebe“, forderte Referent Klaus Huntebrinker, Geschäftsführer der Isolar Glas Beratung, die Teilnehmer der Lisec Technologietage bei Gastgeber Schollglas auf. Laut dem Entwurf der MVV TB dürfen solche Scheiben nur noch in Mehrscheiben-Isoliergläsern ohne zusätzlich konstruktive Sicherungsmassnahmen  eingesetzt werden. Die Isolar Glas Beratung habe ihren Einspruch abgeschickt.

Lisec Verkaufsleiter Jürgen Wuchter stellte die Vorteile der mannlosen Isolierglasfertigung vor. Als Highlight nannte er die neue Gasfüllpresse mit hohen Glastafelgewichten bis zu 450 Kilogramm pro Laufmeter.

Wie Hersteller 90 Quadratmeter Verbundsicherheitsglas pro Stunde schneiden, zeigte Leopold Dammelhart, Leiter des technischen Supports bei Lisec.

Mehr zu den Technologietagen von Lisec lesen Sie in der GFF-Ausgabe 9/2017.

  

Neue und alte GFF BW-Spitze im Interview

In Lindau hat GFF heute die neue Spitze des Fachverbands GFF Baden-Württemberg um Jürgen Sieber und Wolfgang Gastel sowie den langjährigen Landesinnungsmeister Karl Kress zum exklusiven Interview getroffen. „Wir wollen der Bundesverband der Fensterbauer in Deutschland sein“, betonte Sieber den Anspruch des Landesverbands. Er werde dabei auf der technischen Seite agieren, während Gastel als Netzwerker auch die Politik in die Pflicht nimmt. Im Gespräch hoben die drei Akteure auch den wichtigen Austausch zwischen den Fachbetrieben hervor. Innungen seien daher heute wie auch in Zukunft gefragt, betonte Gastel. Der GFF BW ist beim Informationsaustausch schon sehr weit, dort erfolgt die Kommunikation mitunter auch per WhatsApp-Gruppe oder Twitter. Kress wiederum hob hervor, wie wichtig es sei, wissenschaftliche Erkenntnisse für den Handwerker aufbereitet zu vermitteln. Dazu würden auch die GFF-Praxistage ihren Teil beitragen.

Das Interview mit den Verbandsvertretern lesen Sie in der GFF-Juliausgabe. Ein Video-Interview folgt in den nächsten Tagen online.

Soudal: Lüdtke im GFF-Sommerinterview

Harald Lüdtke (49; unser Bild – Foto: Kober), Geschäftsführer von Soudal in Deutschland, nahm sich in München die Zeit für ein gut einstündiges Exklusivinterview mit der GFF-Redaktion – und sprach ganz offen über die erst Ende der Woche offiziell kommunizierte Akquisition des slowenischen Klebstoffherstellers Mitol. Wie schon an anderer Stelle sind solche Entscheidungen beim 700 Millionen Euro schweren belgischen Konzern häufig in weit reichende Strategien eingebettet: „Unser Ursprung ist der Dichtstoff, aber wir sehen in Zukunft Wachstumschancen insbesondere auch bei Klebstoffen“, sagte der studierte Mineraloge. Vor drei Jahren hatte Soudal in Litauen einen innovativen Anbieter von Produkten für den Isolierglasrandverbund übernommen – und nun zu Jahresbeginn eine entsprechende Range, bestehend aus 1 K PU-, 2 K PU- und Polysulfid-Dichtmitteln, im Markt eingeführt.

Wir können Fenster – was sich hinter diesem generalistischen Anspruch sonst noch verbirgt und welche Chancen sich daraus strategisch im deutschen Markt ergeben, lesen Sie exklusiv in der großen GFF-Sommerausgabe.

Heroal gibt Qualitätsversprechen

Einen Meilenstein in der Qualität von Aluminium-Profilen will das Systemhaus Heroal mit seiner neu eingeweihten Qualitätsstrasse setzen. Mit Hochgeschwindigkeitskameras prüft das Unternehmen die Oberfläche jedes fertigen Profils und jeder Leiste. Per Software dokumentiert der Hersteller die Ergebnisse jeder Prüfung, nachprüfbar für Kunden. Nach der Kontrolle schützt Heroal jede Hauptsichtfläche der Bauteile mit einer Folie bis zur Abnahme auf der Baustelle. „Wir garantieren unseren Kunden, dass jede Oberfläche unter der Schutzfolie qualitativ hochwertig ist“, sagte Geschäftsführer Konrad Kaiser.

Mehr zur Qualitätsstraße von Heroal lesen Sie in der GFF-Ausgabe 7-8/2017.

Branchenmesse: Software sucht Metallbauer

Metallbauer informieren sich heute zum vierten Mal auf der Metallsoftware Süd in Ulm zu Softwarelösungen. „Die Veranstaltung hat sich etabliert“, freut sich Organisator Stefan Elgaß.

Orgadata stellte seine neue Version 11 von Logikal vor. Mit Assistent für Türbeschläge und einer multidirektionalen Anbindung an ERP- und CAD-Lösungen. “ Das Zusammenwirken von Daten aus unterschiedlichen Quellen wird wichtiger“, sagt Matthias Willberg.

Wicona hat mit WicTop 8 eine Version seiner Branchen Software auf den Markt gebracht, mit der Metallbauer auch ohne große Kenntnisse an BIM-Prozessen partizipieren. Die Firma Zink wiederum macht Papierdokumente per Digitalisierung intelligent.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der GFF-Juliausgabe.

BF setzt auf Tageslichtnutzung

Endkunden schätzen die Funktion und den Wert von Glas hoch ein und die Vorteile von Tageslicht durch viel Glas in Gebäuden haben viel Potenzial: diese zwei Erkenntnisse prägten den Fachpresseabend des Bundesverbands Flachglas im pfälzischen Hornbach. Eine Befragung im Auftrag des BF von Menschen in einer Fußgängezone ergab ein Bild, über das sich die meisten Hersteller und Fachbetriebe der Branche wohl nicht bewußt sind: die potenziellen Kunden nannten durchweg positive Gedanken in Verbindung mit Glas, von Tageslicht, Ausblick ins Freie, Qualität des Werkstoffs. Dieses Ergebnis legt ungeahntes und ungenutztes Potenzial für Produzenten, Glaser und Fensterbauer nahe – vorausgesetzt, sie kommunizieren diese Aspekte im Beratungsgespräch mit potenziellen Auftraggebern. Die positiven Auswirkungen von Tageslicht auf das Wohbefinden und die Gesundheit von Menschen hat der Verband als neuen Megatrend für sich auserkoren. Entsprechend arbeiten die Verantwortlichen an einer Kampagne, die Vorteile von Tageslichtnutzung und -lenkung mithilfe von Glas in den Markt zu tragen. Als mögliche Zielgruppe kommen Architekten, Fachplaner, Verarbeiter und auch Endkunden in Frage. Welche Gruppen der BF letztlich ansprechen will, steht noch nicht fest.    

Mehr zu Neuigkeiten aus der Glasbranche lesen Sie in der GFF-Ausgabe 7/8-2017.

Volles Haus beim ift-Expertentag Sicherheit

Sicherheit ist aktuell eines der Trendthemen. Das bestätigten die Teilnehmer des 2. ift-Expertentags Sicherheit im Gespräch mit GFF. Es sei allerdings auch nicht so, dass das Thema den Kundenwunsch nach Wärmedämmung abgelöst hätte. Dieses Thema stehe aktuell einfach nur weniger im Fokus.

Dass das Thema Sicherheit relevant ist, zeigte auch der voll besetzte Saal im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum. Dort stellte Josef Mossreiner vom LKA Bayern eingangs Zahlen und Fakten zu Einbrüchen in Deutschland und Bayern vor. „Mechanische Sicherheitstechnik hilft. Das zeigen die aktuellen Zahlen gescheiterter Einbrüche“, betonte Moosreiner. Gleichzeitig betonte er, dass es an Fenstern nach wie vor Nachrüst- oder Austauschbedarf gebe, was die Sicherheit anbelangt.

Bernd Heydebreck stellte im Namen des Bundesverbands Rollladen und Sonnenschutz (BVRS) die Eigenschaften einbruchhemmender Rollläden vor, die im Zusammenspiel mit dem Fenster ihre Wirkung entfalten. Rollläden nach TR111 seien vergleichsweise günstiger als RC2-Elemente, sie leisten aber ebenfalls guten Widerstand.

Schüco Hochschulkonferenz 2017

Schüco veranstaltet gerade die Hochschulkonferenz am Hauptstandort in Bielefeld.  Zwei Tage lang geht es um das Thema gesunde Gebäude gesund bauen, also sowohl um die Gesundheit der Bewohner, als auch um die der Fachhandwerker bei Produktion und Montage.

Referenten verschiedenster Fachrichtungen, vom Ingenieur bis zum Mediziner, sprechen zu Themen wie den Chancen von Industrie 4.0, bspw. durch visuelle Assistenzsysteme in der manuellen Montage, über die Bedeutung der Schadstofferkennung in Gebäuden, den Nutzen von Fassaden- und Dachbegrünung bis hin zu Möglichkeiten, die Lärmbelästigung in Städten zu mindern und dadurch den Bewohnern ein gesünderes Leben zu ermöglichen. Die Themen und Referenten habe Schüco bewusst derart breit ausgewählt, sagt Prof. Dr. Winfried Heusler. „Es geht um Wissensvernetzung verschiedenster Fachbereiche.“

Das Thema gesundes Bauen ist nach Meinung von Heusler ein Thema, das für die Branche immer wichtiger werden wird. Deshalb wolle Schüco demnächst eine Kampagne zu dem Thema starten, um beim Endkunden dafür zu werben. Der Fassadenbauer Magnus App von der schwäbischen Firma Rupert App sagt: „Wir haben selbst ein Interesse daran, gesund zu bauen.“ Als ausführende Firma seien die Möglichkeiten aber sehr begrenzt. Welche Materialien App etwa verbaut, läge schließlich am Systemgeber.

Isolar-Gruppe: Anisotropien jetzt messbar

Die Isolar-Gruppe enthüllte auf der Isolar-Tagung 2017 in Berlin eine spannende Neuheit für die Glasbranche: mit dem Strain Scanner von Arcon Glas und Ilis misst der Anwender Spannungen in vorgespanntem Glas in Echtzeit und dokumentiert so den Grad der Isotropie in Prozent. Je höher der Wert, desto besser ist die optische Qualität des Glases mit Blick auf mögliche Anisotropien. Durch die Dokumentation des Wertes und die Messung in Echtzeit optimiert der Glashersteller den Produktionsprozess des thermischen Vorspannens der Gläser und garantiert seinem Kunden eine gleichbleibende optische Qualität für ein Projekt. Besonders bei Fassadenverglasungen sollen die Hersteller von dem ab 2018 verfügbaren Scanner profitieren.

Mehr zur Isolar-Tagung 2017 lesen Sie in der GFF-Ausgabe 7-8/2017.