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Themenpfade führen über die Messe Auf geht’s zum Glasevent 2019, der Vitrum in Milano

Vom 1. bis zum 4. Oktober 2019 findet in den Hallen 5 und 7 des Mailänder Messegeländes die Glasfachmesse Vitrum 2019 statt. GFF sagt, welche Neuerungen auf die Besucher zukommen und wo inhaltlich die Schwerpunkte liegen.

Die Zahlen für die Vitrum-Ausgabe 2019 sind „sehr ermutigend“, sagt Präsident Dr. Ing. Dino Zandonella Necca im Gespräch mit GFF. Nach seinen Aussagen von Ende Juli wächst die Ausstellungsfläche um acht Prozent im Vergleich zu 2017 – und haben schon zu diesem Zeitpunkt fünf Prozent mehr Unternehmen die Teilnahme bestätigt. Anders gesagt: „Wir sind fest überzeugt, dass die Vitrum größer denn je wird“, erklärt Zandonella Necca.

Schaufenster für Glasmaschinen

Eine Entwicklung, die sich nach seinen Angaben angedeutet hat. Demnach hatten sich die Aussteller nach der Ausgabe 2017, die bei den Veranstaltern als Wendepunkt gilt, sehr zufrieden geäußert – insbesondere über die Qualität der Fachbesucher. Bis zum 18. September haben sich nun bereits 251 Aussteller verbindlich angemeldet. 41 Unternehmen stellen zum ersten Mal aus oder kehren nach einer Abstinenz von zwei oder mehr Jahren wieder zurück. Auch die internationale Wirtschaftslage trägt laut Zandonella Necca zu einer erfolgreichen Messeausgabe 2019 bei. „Europa entdeckt die Bedeutung seiner eigenen Industrie wieder“, sagt der Vitrum-Präsident. „Vor diesem Hintergrund kann die Vitrum 2019 als das bedeutendste Schaufenster für Glasmaschinen der Spitzenklasse angesehen werden, als Drehscheibe für die besten Ideen und die aufregendsten Möglichkeiten der Branche.“

Themenspezifische Laufwege

Viel Arbeit haben die Organisatoren der Ausgabe 2019 in Vitrum specialized investiert: Zwölf Themenpfade sollen es den Besuchern erlauben, den Aufenthalt ganz nach ihren Bedürfnissen und Vorlieben zu planen. „Das Feedback nach der zurückliegenden Ausgabe hat klar ergeben, dass wir bestimmte Themenfelder in den Fokus stellen müssen, um die Sichtbarkeit der Aussteller deutlich zu verbessern“, sagt Zandonella Necca. Konkret sieht das so aus: Zwölf Icons gliedern das Messeprogramm und weisen den Fachbesuchern den Weg zur gesuchten Produktgruppe. Die verschiedenen Pfade, die den Weg über die Messe kennzeichnen, sind diesen Themen zugeordnet: Flachglas, Hohlglas, Fensterbau, Solar, Automobil, Drucken und Beschichten, Umwelt, Testen und Prüfen, Forschung, Software und Steuerung, Verbände und internationale Presse.

Die Logos von Vitrum Specialized sind an jedem Stand, im Messekatalog neben dem Firmennamen sowie auf den Messekarten zu sehen, welche die Fachleute bei ihrer Ankunft auf der Messe kostenlos erhalten. „Die Karten sind ein effektives Mittel, um den Besuchern zu helfen, ihren Weg über die Messe entsprechend ihren spezifischen Interessen zu planen“, sagt Zandonella Necca. „Sie zeigen die vorgesehenen Laufwege an und stellen sicher, dass niemand auch nur einen Stand verpasst, der für ihn von potenziellem Interesse sein könnte.“

Kontaktaufnahme vereinfachen

Zu den weiteren Neuerungen des Messekonzepts 2019 gehören zwei neue Bereiche: Start-ups zeigen technologische und produktionstechnische Innovationen entlang der gesamten Lieferkette. Im Vertreter- und Händlerbereich erweitern Aussteller ihr internationales Netzwerk, indem sie sich mit den auf der Vitrum anwesenden Vertriebsprofis austauschen. Die sog. MatchMaking-Plattform, über die Fachleute ins Gespräch kommen, erweitert ebenfalls die Möglichkeiten für die gezielte Geschäftsanbahnung und Kontaktaufnahme. Besucher wählen Kategorien aus, die sie interessieren, und stellen einen Zeitplan für persönliche Meetings auf. „Die Messe richtet sich mehr und mehr an professionelle Entscheidungsträger, die ihre Zeit optimal nutzen müssen: Die Themenwege und die MatchMaking-Plattform unterstützen diesen Ansatz wirkungsvoll“, sagt Zandonella Necca.

Vernetzte Produktion

Inhaltlich dominiert auf der Vitrum 2019 u.a. das Thema Smart Factory – die Vision einer Produktionsumgebung, in der sich Fertigungsanlagen und Logistiksysteme ohne menschliche Eingriffe weitgehend selbst organisieren. Das Ziel müsse es sein, die Bedürfnisse des Kunden mit den aktuellsten Anforderungen an Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit zu verbinden, sagt Zandonella Necca. Die intelligente Fabrik ist Bestandteil des Konzepts der Industrie 4.0 und hat die umfassende Digitalisierung der Produktion zum Ziel. In den Ausstellungsbereichen warten auf die Besucher laut Zandonella Necca intelligente Systeme für die integrierte Produktion sowie neueste Entwicklungen, um die digitale Transformation umzusetzen. „Dank der Aussteller, die auf der Messe ihre Spitzenprodukte sowie die neuesten und innovativsten technologischen Lösungen als vollständig funktionsfähige Systeme präsentieren, können die Besucher die neuesten Lösungen hautnah erleben“, sagt der Vitrum-Präsident.

Blick auf die Aussteller

Adelio Lattuada stellt mit TLR 11 AVC PC eine neue vollautomatische Kantenschleifmaschine mit variablem Winkel vor, die Industrie 4.0-ready ist und sich in vernetzte Produktionsumgebungen integrieren lässt. Bereits bekannt ist das robotergestützte Anlagenkonzept, das aus zwei Kantenmaschinen, einem vollautomatischen Gerät zur Bestimmung der Glasgröße und einem Kuka-Roboter besteht, der beide Anlagen miteinander verbindet. Mit der Lösung lassen sich Lattuada zufolge die Produktivität steigern und Kosten sparen. Intermac erweitert seine Range an Industrie 4.0-fähigen, integrierten Lösungen durch seine Partnerschaft mit Movetro. Das Unternehmen ist spezialisiert auf automatische Lager- und Handlingsysteme für Flachglasscheiben.

Der Schneidlinienhersteller Turomas hat sein Angebot kürzlich um automatisierte Be- und Entladesysteme und intelligente Lagersysteme (Smart Storage) erweitert. Das Lagersystem SR Smart bewege komplette Glasregale aus dem Lager auf den Schneidetisch, ohne dass ein Kran notwendig sei. Durch die Kombination dieser Lösungen mit Schneidtischen, die mit Verladearmen ausgestattet sind, entsteht ein vollautomatischer Prozess der Lagerung, Beladung und des Zuschnitts verschiedener Glassorten. Das Softwarehaus Hegla-Hanic, das als Bestandteil der Hegla-Gruppe auf der Vitrum 2019 vertreten sein wird, ist ebenfalls auf die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 spezialisiert. Das Unternehmen unterstützt Schritt für Schritt beim Einstieg in die Thematik und hilft dabei, durch Datenanalyse Verbesserungspotenziale im Produktionsprozess zu erkennen. Neben der Möglichkeit, Anlagen in automatisierte Produktionsumgebungen einzubinden, legen die Hersteller Wert auf die Performance ihrer Maschinen.

Performance steigern

Hegla Maschinenbau stellt z.B. seine VSG-Schneidanlage RapidLam Shape aus. Eine neue Heiztechnologie sorge für eine deutliche Beschleunigung gerader Schnitte, zudem verbessere sich die Kantenqualität im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren. Mappi führt mit ATS 4.0 und Fox zwei Härteöfen vor, die dem Hersteller zufolge eine hohe Qualität des Endprodukts sicherstellen sowie benutzerfreundlich und effizient sind. Sie erhöhen demnach den Output, erzielen Energieeinsparungen von bis zu 20 Prozent und erlauben die Inbetriebnahme innerhalb nur einer Stunde. Das Herzstück beider Öfen ist das Konvektionssystem GHBS Extreme.

CMS präsentiert u.a. Speed Twin: eine horizontale CNC-Maschine mit zwei Spindeln zum Schleifen, Polieren, Bohren, Fräsen und Rillenschleifen. Damit sei die gleichzeitige Bearbeitung von zwei Glasscheiben möglich, was die Produktivität der Maschine verdopple. Beide Spindeln lassen sich wahlweise mit drei oder vier Achsen ausstatten. Mit einer vierten Achse kann die Bearbeitung mit Hilfe von Topfscheiben stattfinden.

Seminare zu Fachthemen

Zusätzlich zur Ausstellung ergänzen vertiefende Seminare zu wichtigen Themen die vier Messetage und geben Fachleuten die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu aktualisieren und zu vergleichen. Diese finden in der neuen Meeting Area in Pavillon 5 (Stand V21-Z30). Am Mittwoch besuchen Interessierte das Seminar "What's hot in glass processing", am Donnerstag lautet der Vortragstitel "The evolution of International Standards for glass processing machinery". Ebenfalls am Donnerstag gibt es ein Seminar mit dem Titel "Corporate compliance, with a focus on complex markets such as the USA. Present and future outlook in preventing liabilities related to the commercialization of industrial products". Am Freitag findet abschließend das Seminar "The industrial world grapples with ‘virtual defenses’ as the Cybersecurity market and Cybercrime continue to grow" statt.

Weitere Informationen zu den Seminaren finden Sie auf https://www.vitrum-milano.com/en/news/vitrum-2019-seminars/. Details zur Messe gibt es auf www.vitrum-milano.com/en.

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