Verbände müssen Dienstleister werden - Branche - GFF Magazin

GFF diskutiert

Verbände müssen Dienstleister werden

Bild: Matthias Heiler
GFF-Chefredakteur Reinhold Kober diskutierte mit Karl Kress, Landesinnungsmeister und Erster Vorsitzender des Fachverbands Glas Fenster Fassade Baden-Württemberg, Hauptgeschäftsführer Dr. Siegfried Melcher, Reiner Oberacker, Leiter der technischen Beratung und seinem designierten Nachfolger Manfred Weber über die Zukünftige Ausrichtung ihres Verbands.

Im Rahmen seiner Gesprächsreihe "GFF diskutiert" traf sich die Redaktion des Fachmagazins Glas Fenster Fasade mit der Spitze des Fachverbands Glas Fenster Fassade Baden-Württemberg (GFF BW) in Karlsruhe. Diskutiert wurde das Thema "Verbandsarbeit 2.0 - wie müssen sich Verbände für die Zukunft aufstellen?" - von Matthias Heiler

Auf dem Weg zum Diensleister
Karl Kress, Landesinnungsmeister und Erster Vorsitzender des GFF BW, Hauptgeschäftsführer Dr. Siegfried Melcher, Reiner Oberacker, Leiter der technischen Beratung und sein designierter Nachfolger Manfred Weber sprachen von einem Zeitenwechsel des Verbands. Der GFF BW sei auf dem Weg von einer reinen Berufsstandsvertretung zu einem Dienstleister für seine Mitglieder. "Durch die immer koplexeren Produkte und eine zunehmende Regulierung der Politik brauchen gerade kleine Betriebe kompetente Hilfe und verbindliche Antworten im Alltag", erläutert Weber. Aus diesem Grund bietet der Verband technische Hilfe mit seinen beiden Experten, die Fragen zur Konstruktion, Produktion und Montage von Fenstern, Fassaden und Türen mit konkreten Tipps beantworten. Daneben berät ein Expertenteam bei juristischen Fragen zu Arbeitsrecht oder Schadensfällen. "Die Mitglieder wollen von uns konkrete Antworten auf ihre Fragen und Probleme", sagt Melcher. Der Mehrwert der Dienstleistungen für die Mitglieder sei in erster Linie die Gewinnmaximierung und Schadensvermeidung.

Aus- und Weiterbildung als Schwerpunkt
Ein weiteres Standbein der Dienstleistungausrichtung ist die Aus- und Weiterbildung für Mitglieder und Nicht-Mitglieder. An der Verbandseigenen Gewerblichen Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik Karlsruhe und der integrierten, staatlich anerkannten Fachschule für Glas-, Fenster- und Fassadenbau absolvieren Lehrlinge mit der Fachrichtung Fenster- und Fassadenbau einen Teil ihrer Ausbildung. Möglich ist auch eine Fortbildung zum Meister. Für Betriebsinhaber und Fachkräfte bietet der GFF BW Weiterbildungsseminare zu technischen und betriebswirtschaftlichen Themen an. Mit einer aktuellen Umfrage frägt der Verband die Interessen und den Themen-Bedarf seiner Mitglieder ab. "Mit den Weiterbildungsangeboten haben wir uns mittlerweile einen Namen über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus gemacht. Die Teilnehmer kommen aus dem ganzen Bundesgebiet und vereinzelt sogar aus dem Ausland", bekräftigt Kress.  

Fähigen Nachwuchs gewinnen
Um den Fachkräftebedarf der Branche in Zukunft zu decken und seinen Betrieben bei der Suche zu helfen, will der Verband neue Wege gehen. Ein "Werkstattcamp" für Schulklassen, das in diesem Jahr stattfand, soll junge Menschen über die Möglichkeiten des Werkstoffs Glas informieren und Lust auf den Glaserberuf machen. Zunächste erfahren die Teilnehmer technische Hintergründe und Gestaltungsmöglichkeiten mit Glas. In der Werkstatt dürfen die Teilnehmer anschließend eigene Werkstücke aus dem Werkstoff fertigen.
Multimediale Informationstechnologien sollen den Kontakt zum Nachwuchs leichter machen. Als Beispiel nennt Kress die angedachte Präsentation des Berufsbilds auf einem USB-Stick und die mögliche Weiterentwicklung als App für Smartphones und andere mobile Endgeräte. Grundsätzlich seien die technischen und planerischen Anforderungen an künftige Glaser und Fensterbauer deutlich gestiegen. "Heute brauch man als Betriebsinhaber Fachkräfte mit Spezialwissen aus den Bereichen Mechatronik und Bauphsyik. Deshalb müssen wir auch an Abiturienten ran", sagt Kress.

Eigener Vorschlag für Energie-Label
Im Zuge des von der Politk geplanten Energie-Labels für Fenster haben die Experten Weber und Oberacker für den GFF BW gemeinsam einen eigenen Vorschlag entwickelt, der den Nutzen für den Verbraucher leicht verständlich machen soll. "Mit U-Werten kann der Durchschnittskunde nichts anfangen. Deshalb setzen wir auf den Heizenergieverbrauch pro Quadratmeter Fensterfläche im Jahr", erläutern Oberacker und Weber. Produkte in der Energieeffizienzklasse A verbrauchen beispielsweise 25 kWh/(m2a) an Heizenergie oder 2,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Fensterfläche im Jahr.   

Eine ausführliche Berichterstattung zur Diskussion und dem Energie-Label des Verbands lesen Sie in der kommenden GFF-Ausgabe 3/2012.

 
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