Metallbauer und Planer sind oft gefordert, Optik, Multifunktionalität und Energieeffizienz unter einen Hut zu bringen. Die Industrie tüftelt fleißig an Lösungen, wie die Ausstellung in Augsburg zeigte. - von Kerstin Pätzold
Die Empfangsdame am Eingang zur Fassade 11 war eine echte Maschine. An ihr kam kaum einer der – überwiegend männlichen – Gäste so einfach vorbei. Jedenfalls nicht ohnen einen genauen Blick zu riskieren auf das Gerät, das locker bis 240 Kilogramm in eine Höhe von maximal 100 Meter stemmen kann. Ein interessanter Hingucker für viele Metallbauer und Planer, die sich nicht nur für die Expertenvorträge, sondern auch für die Ausstellung zur Fassadentagung interessierten. Die Geda-Dechentreiter GmbH hatte für den standesgemäßen Empfang vor der Handwerkskammer Schwaben gesorgt und ihren Fassadenaufzug Geda-FBA F-MW-1 dort aufgebaut. Drinnen, im gläsernen Foyer, zeigten mehr als zehn weitere Firmen aus der Glas-, Beschlag- und Gebäudesystemindustrie ihre Lösungen und Produkte für die moderne Gebäudehülle. „Ob Holz, Stahl oder Aluminium, unser System kann sich den Anforderungen anpassen“, erklärte Christian Hämmerle, Abteilungsleiter Technik bei Raico Bautechnik. Das Unternehmen warb mit seinem Therm+ Fassadensystem, das durch seinen modularen Aufbau Kombinationsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Bauteilen und Komponenten bieten soll. „Damit erreichen Sie für jedes Projekt die passende, bauphysikalisch sichere, praxisnahe und wirtschaftliche Lösung.“ Das System ist zertifiziert für wärmegedämmte Fassaden, Passivhäuser, SGFassaden sowie einbruchsichere Gebäude.
Wesentliches Merkmal der Therm+-Aluminium- Pfosten-Riegel-Fassadensind laut Hämmerle T-Verbinder, „deren Technik bis ins kleinste Detail optimiert worden ist“. Die Firma Lacker präsentierte ihrerseits etwas Großes. Das Big-Air-Lamellenfenster eignet sich laut Fachberater Matthias Horn für senkrechte Fassaden, Schrägdachverglasungen, überhängende Fassaden, Pfosten- Riegel-Konstruktionen sowie zum Einbau in Mauerlaibungen und Ziegeldächer. „Unsere Lamellenfenster sind optimal zum Be- und Entlüften und als NRWG-Fassadenelemente nach DIN EN 12101-2 zertifiziert.“ Max Kreileder von WSS, Beschlaghersteller für Speziallösungen, warb mit einem Selbstöffnungsmechanismus. „Durch große Ausstellund Öffnungsbreiten ermöglichen unsere Beschläge für Lamellenfenster und Parallelausstell- oder Senkklapp-Fenster einen optimalen Luftaustausch.“ Beide Modelle erlaubten den Einsatz von schweren Elementen. Um einen Einklemmschutz für kraftbetätigte Fenster zu gewährleisten, haben die Profis von Mayser aus Ulm Miniaturschallleisten entwickelt, die die Schließkanten zwischen Fens ter und Fassade zuverlässig absichern sollen. Lösungen für Fassaden aus Holz, und zwar in unzähligen Farben, präsentierte die Finnforest Merk GmbH. Das Kerto Concept für Pfosten- Riegel-Fassaden eröffnet laut Vertriebsfachmann Dipl.-Ing. Martin Schimpf Architekten „durch das relativ geringe Eigengewicht und die filigranen Abmessungen, bei einer gleichzeitig hohen Tragfähigkeit, nahezu grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten“.
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